Die Feuerzangenbowle von Heinrich Spoerl und Hans Reimann, gelesen von Götz Alsmann

Die Feuerzangenbowle, gelesen von Götz Alsmann

Cover: Die Feuerzangenbowle

Das Original, auch nach 76 Jahren noch frisch. Da sage einer, die Deutschen hätten keinen Humor!

* Wertung: *****
* Hörbuch
* Sprecher: Götz Alsmann
* liest in verteilten Rollen
* Anzahl CDs: 5
* Verlag: Roof Music
* Erscheinungsjahr: 2003

Das Hörbuch
Nun, wir alle kennen die Feuerzangenbowle in der Verfilmung von Helmut Weiss mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle und als Produzenten. Deshalb verzichte ich hier auf eine Inhaltswiedergabe. Wer die Feuerzangenbowle nicht kennt, sollte sich dieses Schmankerl schnellstens zu Gemüte führen!!!

Das zu Grunde liegende Buch hatte ich schon einmal in der Oberterzia gelesen (in der Neunten, für die, die kein altsprachliches Gymnasium besucht haben), allerdings war nicht viel davon hängengeblieben. Zeit also, sich noch einmal an die Feuerzangenbowle zu wagen. Dies auch deshalb, weil wir zwar heutzutage mit fünfzehn schon weiter entwickelt sind als die Buben in den Dreißiger Jahren, doch braucht es einen gewissen Abstand, um sich dem unkomplizierten Leben in der Schule bewusst zu sein und eine Sehnsucht zu entwickeln – auch romantische Verklärung genannt 😉

Berufsleben, Liebe, Heiraten, Kinder, viele Zusammenhänge im Buch waren mir erst jetzt, beim zweiten Lesen (=Hören) bewusst. Ganz abgesehen davon, dass mir der Humor auch nicht in Erinnerung geblieben ist. Dies ist wahrlich wieder eins dieser Bücher, das einen in der S-Bahn zu Lachanfällen verleitet – und man damit unangenehme Blicke der müde von der Arbeit heimkehrenden Bevölkerung erntet 😀

Noch eine kurze Anmerkung:
Ungeklärte Autorenschaft
Eine Anmerkung zur Autorenschaft darf hier nicht fehlen: es scheint so, also ob Heinrich Spoerl nicht der alleinige Autor, womöglich noch nicht einmal der Hauptautor der Feuerzangenbowle ist. Dies kann wohl Hans Reimann für sich beanspruchen. Hans Reimann wollte allerdings aus Angst vor Repressionen – er war als Satiriker schon in’s Schussfeld der Nazis geraten –  nicht als Autor erscheinen. Wer sich genauer informieren will, findet in der taz vom Januar 2007 einen ausführlichen Artikel.

Eine weitere Anmerkung sei mir erlaubt: der in der Verfilmung von 1944 – also der allseits bekannten – an hervorgehobener Position agierende schneidige Oberlehrer Dr. Brett ist ein Zugeständnis an die Nazizeit, was sich auch in seinem Aussehen, der Ähnlichkeit zum frühen Hermann Göring zeigt. Im Buch tritt die Figur des Dr. Brett nur marginal in Erscheinung.

Götz Alsmann als Sprecher
Hervorragend! In den ersten paar Sätzen merkt man ihm noch eine gewisse Nervosität an, das gibt sich jedoch schnell. Man nimmt ihm, auch aufgrund seiner bekanntermaßen schelmischen Art, die Rolle des Hans Pfeiffer sofort ab, auch den anderen Akteuren haucht er Leben ein. Mit Herrn Alsmann haben die Produzenten eine hervorragende Wahl getroffen, zumal er jeder der vier CDs auch noch mit eigenen Musikstücken ausklingen lässt.

Fazit
Äußerst empfehlenswert, leider gibt es nicht mehr so gut und kreativ produzierte Hörbücher. Ein hervorragender Sprecher, die Erweiterung um Musik, eine handwerklich saubere Produktion, ein Stoff, der zu den herausragenden der deutschen Literatur zählt, eine absolute Kaufempfehlung!

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Artemis Fowl – Der Geheimcode von Eoin Colfer, gelesen von Rufus Beck

Cover: Artemis Fowl - Der GeheimcodeAls ich die ersten beiden Bücher gelesen habe, passte es noch. Jetzt, mit dem dritten, verliert die Serie die Synchronisation mit der Zeit.

* Hörbuch
* Sprecher: Rufus Beck (verteilte Rollen)
* Anzahl CDs: 5 (gekürzte Fassung)
* Verlag: cbj audio, 2003
* Wertung: *

Das Hörbuch
Werte Leser, leider habe ich in zwei Anläufen nicht mehr als die erste CD geschafft. Das Problem ist: die Story funktioniert nicht mehr. Als Eoin Colfer das Buch 2003 schrieb, waren die technischen Angaben auf der Höhe der Zeit. Nun, 6 Jahre später, liest bzw. hört sich das Buch an wie ein Buck-Rogers-Film aus den Siebzigern. Wobei dort, anders als bei Artemis Fowl, die Technik nicht so im Mittelpunkt steht.
Leider ist es ja gerade die Technik, durch der sich Eoin Colfer damals von Harry Potter abhob. Und damals hat das auch noch funktioniert. Die ersten beiden Artemis-Fowl-Bücher habe ich verschlungen, dann eine Pause eingelegt – großer Fehler. Während ich nun die Harry-Potter-CDs immer wieder gerne zur Hand nehme und hineinhöre, funktioniert das bei Artemis Fowl nicht.
Nun ja, ich bin auch nicht wenig technik-affin, daran mag es liegen, dass ich frustriert ausblende. Aber generell: das zeitlose Element fehlt einfach. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, nur muss man solche Bücher vor Ablauf des MHD hören.

Der Sprecher
Was gibt es zu Rufus Beck noch zu sagen? Jeder kennt ihn und hat sich auch schon seine Meinung gebildet. Dem gibt es auch dieses Hörbuch betreffend nichts hinzuzufügen, außer dass ich nicht unbedingt ein Fan von Rufus Beck bin. Aber er ist unleugbar ein wirklich guter Schauspieler.

Fazit
Einen Stern gebe ich dem „Geheimcode“ wegen Rufus Beck, sonst gibt es nichts fesselndes an dieser CD. Abgehakt.

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Ernst-Reuter-Gesellschaft finanziert die „Kleine Geschichte der FU“

Cover: Kleine Geschichte der FU

Cover: Kleine Geschichte der FU

Liebe Leser,

es gibt sie doch noch, die kleinen Wunder, mit denen man nicht rechnet: Die Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde, Förderer und Ehemaligen
der Freien Universität Berlin e. V
. fördert die Produktion unseres Hörbuchs „Kleine Geschichte der Freien Universität“ von Wolfgang Wippermann.

Und nicht nur, dass uns dadurch ein Stein vom Herzen fällt, wir hatten auch nicht damit gerechnet, dass die Förderung so schnell erfolgt 🙂

Daher also: riesengroßer Dank an die Ernst-Reuter-Gesellschaft und von mir persönlich auch nochmal an Judith, die den hervorragenden Antrag geschrieben hat.

Bis bald, liebe Welt,
Euer Sir Charles Lytton

PS: Das ist das endgültige Cover des Hörbuchs!

Hakan Nesser, das grobmaschige Netz, gelesen von Dieter Moor

Hakan Nesser - Das grobmaschige NetzEin Kater, eine Tote in der Badewanne, keine Erinnerung mehr – kein guter Start in den Tag…

* Hörbuch
* Sprecher: Dieter Moor
* Anzahl CDs/MP3s: 6
* Sprache: deutsch
* Random House Audio, 2007
* Wertung: *****

Das Hörbuch
Mein erster Nesser ist gleichzeitig auch der erste Van Veeteren, den Hakan Nesser geschrieben hat. Das Buch fängt ruhig an, schildert einfühlsam die Perspektive des Verdächtigten, der mit einem schweren Kater und einer Leiche in seiner Wohnung aufwacht.

Es vergeht einige Zeit, bis Kommissar Van Veeteren auftritt und wir erhalten ein gut abgerundetes Charakterbild unseres potentiellen Täters. Erst etwa zur Mitte des Hörbuchs wechselt die Perspektive zum Kommissar hin, sehr gelungen, dieser untypische Perspektivwechsel.

Kommissar Van Veeteren ist der typische nordische Cop, geschieden, bärbeißig, Kinder, zu denen er kaum Kontakt hat und die Drogen nehmen – es muss schlimm sein in Skandinavien 😉
Allerdings: nach Mankell und Indridason hatte ich implizit einen zentralen Fokus auf die Sicht des Kommissars erwartet. Positiv hat mich Hakan Nesser dann doch überrascht, er zeichnet liebevoll seine Figuren nach, erzählt gemächlich und konzentriert sich trotzdem auf das Wesentliche, eine Gratwanderung, die nicht jedem gelingen würde.

Etwas störend im Handlungsverlauf ist die Konzentration auf ein Kreuzverhör im Geschworenenprozess nach anglo-amerikanischen Vorbild. Mir ist klar, dass ein Kreuzverhör für den Autor ein praktisches Instrument ist, Dramatik aufzubauen. Aber das ist eben in Europa nicht üblich, ein leichter Wermutstropfen, da die Handlung in einem (fiktiven) europäischen Land spielt.

Dieter Moor, der Sprecher
Dieter Moors wird den meisten Hörern eher als Moderator denn als Sprecher bekannt sein. Doch ist er auch Schauspieler, hat gar ein Diplom der Zürcher Schauspielakademie.

Moor ist ein klarer Beweis, dass man nicht extrem in verteilten Rollen lesen muss, um verschiedene Personen klar abzugrenzen. Eine leichte Akzentuierung, eine kleine Änderung des Timpre reicht völlig aus, dem Hörer ist trotzdem jederzeit klar, wo er steht, wer redet und worum sich die Handlung dreht. Schön finde ich, dass bei ihm gaaanz leicht der süddeutsche (wohl Schweizer) Akzent durchklingt, das passt zur Gemächlichkeit des Hörbuchs.

Hervorragend, so müssen Hörbücher gelesen werden!

Fazit
Sehr schöne  Vorlage von Hakan Nesser, gut gesprochen von Dieter Moor, absolut zu empfehlen. Muss mir gleich mal den nächsten Nesser vornehmen.

Viel Spaß beim Hören,
Euer Sir Charles Lytton

Maurice Leblanc: Der Gentleman-Einbrecher, gelesen von StoryTell

Meisterdieb Arsene Lupin schlägt auf hoher See zu, spannend!

* Hörbuch
* Sprecher und Produktion: StoryTell
* Anzahl MP3s: 3 Downloads á ca. 15 min
* Sprache: deutsch
* Blog: Detectivnovelsfriend
* Wertung: ****

Arsene Lupine hatte mich lange schon interessiert, als ich mir nun neulich die hörBücher gekauft hatte, bin ich dort über eine Rezension von StoryTells Blog gekommen. StoryTell aka Claus Bothe veröffentlicht auf seinem Blog regelmäßig – und kostenlos – schöne, von ihm selbst eingelesene Romane, z.B. von Agatha Christie, Robert Louis Stevenson oder eben Maurice Leblanc.

Ich habe mich bisher nicht an die Laienbücher herangetraut, war aber durch die gute Kritik der hörBücher ermutigt. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt, obwohl sich auch meine Befürchtungen teilweise bestätigt haben.

Arsene Lupin, der Gentleman-Einbrecher
Der Gentleman-Einbrecher ist die erste Kurzgeschichte über Arsene Lupine und auch nur der Anfang der von StoryTell eingelesenen Lupine-Geschichten. Auf der Provence, einem Luxusdampfer auf dem Weg nach Amerika, passieren Diebstähle und man weiß, dass der berühmte Arsene Lupin, der Gentleman-Einbrecher an Bord ist. Verdächtigungen, Angriffe und eine Romanze in der High Society sind die Zutaten dieses 1905/7 geschriebenen kleinen, vorzüglichen Stückes.
Anfangs hatte ich Angst, dass Leblanc wie so viele Klassiker im Lichte der heutigen Zeit nicht hielte, was die Kritik verspricht. Glücklicherweise ist Leblanc spannend, logisch und auch witzig!

Detectivnovelsfriend
Arsene Lupins erstes Abenteuer beginnt mit einer netten, stimmungsvollen Musik, die allerdings abrupt abbricht (warum?!).
StoryTells Erzählweise gefällt mir, man nimmt ihm den Icherzähler sofort ab, ein vielschichtiges Bild eines Pariser Lebemanns entsteht im Kopf.

Ärgerlich, dass man bei genauem Hinhören (z.B. auf dem MP3-Player) ein kontinuierliches Klopfgeräusch im Hintergrund vernimmt. Das wäre mit etwas besserem Produktionsgerät nicht passiert. Dieses muss nicht mal teuer sein, ein einfacher MD-Player und ein ordentliches Mikro hätten gereicht.

Wie ich das Hörbuch finde
Schön gemacht, kostenlos, die Produktionsschwächen nehme ich gerne in Kauf dafür. Weiter so, StoryTell!!!

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lytton

Nordermoor von Arnaldur Indridason, gelesen von Frank Glaubrecht

Cover: Nordermoor von Arnaldur IndriadasonBesser als Menschensöhne! Indridason – oder sollte ich in skandinascher Duzmanier sagen, Arnaldur hat sich in seinem dritten Werk gegenüber seinem Erstling deutlich  gesteigert. Durchaus spannend – zumindest nach der 2. CD 😉

* Hörbuch
* Ein Sprecher: Frank Glaubrecht
* Sprecher liest nicht in verteilten Rollen
* Anzahl CDs: 4 (gekürzt)
* Sprache: deutsch
* Lübbe Audio, 2006
* Wertung:  ****

Inhalt
Ein älterer Mann wird  mit einem Aschenbecher erschlagen in seiner Wohnung aufgefunden, ein weiterer Mord tritt später zu Tage.
Kommissar Erlendur Sveinsson sucht die Ursache der Morde in Geschehnissen, die in den Sechzigern passierten.

Durchaus glaubhaft inszeniert Arnaldur Indridason die Aufarbeitung der Motive der Täter und der Opfer, wobei die Grenze zwischen beiden nicht immer so eindeutig ist.

In einer zweiten Ebene beschäftigt Arnaldur sich wieder mit den privaten Problemen des Kommissars, seine drogensüchtige Tochter ist schwanger. Im Gegensatz zu Menschensöhne wird diese Ebener glaubwürdiger, menschlicher, ohne allzu große Sprünge analysiert.

Der Sprecher
Frank Glaubrecht liest in seiner trockenen Art (er ist die Stimme von Al Pacino, Pierce Brosnan, Jeremy Irons und Richard Gere), die dem tristen, von Arnaldur Indridason vermittelten Bild von Island entspricht.
Leider finde ich – aber das ist mein persönlicher Geschmack, dass seine extreme Stimme das Lesen mit verteilten Rollen erfordert – nur so kann allen Charakteren ein glaubwürdiger Auftritt verschafft werden.

Fazit
Hörenswert für Vielhörer. Für Leute mit wenig Zeit würde ich, wenn es Skandinavien sein soll, eher Hakan Nesser oder Henning Mankell empfehlen.

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lytton

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Menschensöhne von Arnaldur Indridason, gelesen von Frank Glaubrecht

Cover: Menschensöhne von Arnaldur Indridason

Cover: Menschensöhne von Arnaldur Indridason

…hmmm, ja, also war ganz nett, ich hab’s wenigstens bis zum bitteren Ende gehört. Isländischer Charme ist eben doch was ganz besonderes.

* Hörbuch
* Ein Sprecher: Frank Glaubrecht
* Sprecher liest nicht in verteilten Rollen
* Anzahl CDs: 4 (gekürzt)
* Sprache: deutsch
* Lübbe Audio, 2005
* Wertung:  ***

Inhalt
Kommissar Sveinsson jagt einem Verbrechen nach – ok, das in Krimis nix besonderes 😉 Also nochmal: ein Mord an einem Lehrer, der Selbstmord eines ehemaligen Schülers in der Nervenklinik und eine ungeklärte Verbindung zwischen den beiden. Experimente mit Schülern, Pädophilie, Drogen, Indriadson dreht also in seinem Erstlingswerk (in Deutschland als fünftes Buch erschienen) voll auf.

Die Geschichte spielt in mehreren Ebenen, einmal der kriminalistischen Ebene und dann gibt es das Privatleben von Erlendur (ja klar, die duzen sich da alle!).

Insgesamt alles ganz nett, leider fehlt mir ein bisschen Fleisch auf den Knochen, womöglich liegt das an den Kürzungen im Verhältnis zur Leseausgabe. Sprünge und – vor allem im Privatleben Erlendurs – abrupte Brüche trüben das Wasser der isländischen Geysire.

Ganz abgesehen von dem etwas phantastischen Ende. Ich sag hier nix, keine Spoiler von mir, aber Michael Crichton wäre wohl besser damit umgegangen.

Die Produktion
Professionell, nur ganz kleine Fehler und Holperer. So sind z.B. die Pausen zwischen den Szenewechseln einfach zu kurz. Da Frank Glaubrecht nicht in verteilten Rollen liest, fühlt man sich manchmal verloren, bis einem ein Licht aufgeht, wer jetzt gerade redet. Ein-zwei Versprecher oder unnötige Pausen hätten auch noch ausgemerzt werden können. Aber jut, das kann auch nach dem dritten Schnitt noch passieren, da mache ich den Produzenten keinen Vorwurf draus, irgendwann muss einfach Schluss sein.

Der Sprecher
Frank Glaubrecht ist einer der erfolgreichsten Synchronsprecher Deutschlands, er ist u.a. die Stimme von Al Pacino, Pierce Brosnan, Jeremy Irons und Richard Gere.
Das hilft ihm bei diesem Hörbuch m.E. aber auch nicht weiter. Seine Stimme mag ja markant sein, die Dichte des Romans kann er damit leider nicht wiedergeben. Gern hätte ich ihn in einer Hörspielfassung als Kommissar Erlendur Sveinsson gesehen, mit einem guten Cast an seiner Seite. Allein finde ich seine herbe Stimme verfehlt – ganz abgesehen davon, dass ich ja nicht wirklich auf einfach vorgelesene Romane stehe, ein Schauspieler sollte den Rollen schon einen eigenen Charakter verleihen.

Fazit
Naja, ich würd eher nen Wallander hören, wenn es schon skandinavisch sein soll. Wenn ihr aber Island- oder Björk-Fans seid, dann könnt ihr Indridason vielleicht mehr abgewinnen.

Krabat von Otfried Preußler, gelesen vom Autor

Krabat CoverSchönes, düsteres Märchen, eine sorbische Volkssage, in der Lausitz Anfang des 18. Jahrhundert angesiedelt, sprachlich brillant, in der Lesung Preußlers überzeugend.

  • Wertung: **** (4 Sterne)
  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Otfried Preußler selbst!)

Zur vollständigen Rezension

Eine kleine Geschichte der FU Berlin von Prof. Dr. Wolfgang Wippermann

Logo Kleine Geschichte der FU_275pixelDie Freie Universität Berlin blickt auf rund sechzig Jahre einer wechselvollen Geschichte zurück.

1948 gemeinsam von Studenten und Dozenten gegründet, sollte die Freie Universität eine Reform-Universität sein.

Unter dem Siegel von Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit  wollte man demokratischen Bürgergeist entwickeln und sich damit von traditionellen Hochschulstrukturen abheben. Geprägt von freiheitlichem Denken, der Studentenbewegung, Streiks, studentischer Mitsprache ist die Freie Universität ein besonderer politischer Ort in der Deutschland.

Der Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der FU, Wolfgang Wippermann, erzählt von der Gründung der Universität im West-Berlin der Blockadezeit über die wilde Zeit der 68er bis zur Exzellenz-Universität in der wiedervereinten Bundeshauptstadt. Doch inwieweit haben sich die Träume der Gründer von einer wahrlich „freien“ Universität tatsächlich erfüllt? Herr Wippermann gibt in diesem spannenden Hörbuch Antwort.

Die „Kleine Geschichte der FU Berlin“ erscheint im September 2009.

Weihnachtsbilder von Dr. Thomas Blisniewski

Cover Weihnachtsbilder

Weihnachten ist nach Ostern das höchst Fest im christlichen Kalender und so ist die Geburt Jesu seit dem frühen Mittelalter eines der beliebtesten und bekanntesten Themen der Kunstgeschichte. In diesem Hörbuch stellt der Kunsthistoriker Dr. Thomas Blisniewski eine Auswahl aus der Sammlung der Berliner Gemäldegalerie vor.

Weihnachtsbilder – Inhalte, Bedeutungen, Funktionen
erläutert und gelesen von Dr. Thomas Blisniewski

Im Neuen Testament berichten nur die Evangelisten Matthäus und Lukas von der Geburt Jesu Christi. Steht bei Matthäus vor allem die Genealogie Jesu im Zentrum des Interesses, so schildert Lukas die Umstände der Geburt etwas genauer. Aber er erwähnt nur sehr wenige Details, die einem bildenden Künstler nützlich sind: Maria, Joseph, das Kind, die Windeln, die Krippe, die Hirten.

Wo aber stand die Krippe? Und was hat es mit Ochs und Esel auf sich, die bei Lukas und Matthäus nicht erwähnt werden? Hinweise und Anregungen dazu bezogen die Maler weniger aus den beiden biblischen Berichten, als aus den apokryphen Evangelien; Texten also, die keinen Eingang in den Kanon des Neuen Testamentes gefunden haben, aber dennoch intensiv gelesen wurden. Hinzu kommen noch Schilderungen von Visionen der Christgeburt, wie sie etwa Brigitta von Schweden († 1373) im Heiligen Land erleben durfte.

In diesem Hörbuch werden Inhalte, Bedeutungen und Funktionen dieser Bilder erläutert.

Der Autor, Dr. Thomas Blisniewski, ist Kunsthistoriker an der Universität zu Köln und Lehrbeauftragter für Kunstgeschichte an weiteren Hochschulen. Er setzt sich in Forschung und Lehre vor allem mit ikonographischen und funktionalen Aspekten von Kunstwerken – besonders des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit – auseinander.

Erscheinungstermin: September 2009

Spectaculum Mundi Medievalis von Dr. Stephan Warnatsch

Spectaculum - Cover_275pixel
Das Spectaculum Mundi Medievalis – das Schauspiel der mittelalterlichen Welt, schlägt mit einer exemplarischen Auswahl erhellender und unterhaltsamer Quellentexte begleitet von sachkundigen Erläuterungen einen lockeren Bogen über die mittelalterliche Lebenswelt.

Von der Wiege bis zur Bahre bringt uns Stephan Warnatsch Alltag und Realität des europäischen Mittelalters nahe.

Geburt und Kindheit, Stadt und Land, Religion und Aberglaube, Krieg, Krankheit und Tod – das sind nur einige der Kapitel, in denen der promovierte Historiker das lebendige Bild einer Epoche zeichnet, die uns viel näher ist, als wir oft meinen.
Nebenbei bieten seine Ausführungen selbstironische Einblicke in die Methodik der Geschichtswissenschaft.

Ein für interessierte Laien und Fachleute gleichermaßen vergnüglicher Ausflug in vergangene Zeiten.

Erscheinungstermin: September 2009

Sex and the City von Candace Bushnell, gelesen von Irina von Bentheim

Sex and the City CoverKurz gerechtfertigt: ich gebe es freimütig und ohne Folter zu, ich bin ein Sex-and-the-City-Fan. Deshalb lief mir natürlich irgendwann auch das Hörbuch über den weg. Es ist die Vorlage zur Serie und deshalb anders, aber nicht weniger fesselnd.

* Hörbuch
* Eine Sprecherin: Irina von Bentheim
* Sprecherin liest nicht in verteilten Rollen
* Anzahl CDs: 2 (gekürzt)
* Sprache: deutsch
* Der Audioverlag, 2008
* Wertung: ****

Vorlage zur Serie
Also gleich vorweg: dieses Buch ist die Vorlage der Serie, hat also nicht direkt etwas mit ihr zu tun, erst war das Buch, dann die Serie.
Dies sind die Kolumnen, die Candace Bushnell für den New York Observer geschrieben hat, direkt aus der New Yorker High Society recherchiert.
Das Buch dreht sich – entgegen dem Covereindruck der 2008er Ausgabe – nicht um die bekannten vier Frauen. Es gibt zwar die Ich-Erzählerin, Carrie bzw. Candace Bushnell, vier Frauen, um die sich die Geschichten drehen, gibt es dagegen nicht. Die Vierergruppe der Serie ist ein (gelungenes) Kondensat vieler hier auftretender Personen.

Da das Hörbuch eine Ansammlung von einzelnen Kolumnen ist,  hangelt sich von Episode zu Episode. Dies klingt langweilig, ist es aber nicht. Das liegt teilweise an der Kurzweiligkeit der Episoden, teilweise am (leichten) roten Faden, der in Form von kleinen Mr.-Big-Geschichten vorkommt.

Jedoch erkennt der Hörer immer wieder Zitate wieder, die teilweise wörtlich in die Serie übernommen wurden:

Er dachte über das nach, was ich den Mittdreißiger-Machtwechsel nenne. Wenn du ein junger Kerl zwischen 20 und Anfang 30 bist, dominieren die Frauen in deinen Beziehungen, erklärte Roger. Bist du schließlich ein begehrter Mann Ende 30 geworden bist, hast du das Gefühl, von den Frauen verschlungen zu werden. Mit anderen Worten: Plötzlich hat der Mann alle Macht. Es kann über Nacht geschehen.

Man findet Kolumnen oder Sätze, die direkt die Vorlage für ganze Episoden der Fernsehserie liefern (The Baby Shower/Die Baby-Party, Secret Sex/Heimlicher Sex, twenty-something girls vs. thirty-something women/Mädchen gegen Frauen, Mr. Big tritt natürlich auch auf, ist allerdings erfolgreicher Verleger,  etc.).

Hörbuchumsetzung
Die Verknüpfung der Kolumnen funktioniert reibungslos, zumindest im Buch (das ich auch gelesen habe). Das Hörbuch ist gekürzt und muss sich eine andere Lösung einfallen lassen. Deshalb sind die Kolumnen mit hervorragender Saxophonmusik verknüpft (ich bin Saxophonfan, also keine blöden Kommentare, ja?) und Texten, deren Herkunft ich nicht klären konnte (extra für das Hörbuch geschrieben?).
Leider fallen die Zwischentexte im Vergleich zum Bushnell-Text ab und die Unterbrechungen stören den Rhythmus der Erzählung, es gibt aber auch in den Zwischentexten amüsante Ideen, die einen breit  schmunzeln lassen.

Die Sprecherin

Irina von Bentheim ist als Stimme von Carrie m. E. schon in der Serie eine Fehlbesetzung. Ich habe die Serie sicherlich 3x im Original gesehen und liebe Sarah Jessica Parkers Stimme, die hat Ausstrahlung, ist süß, sexy und gleichzeitig stark. Mit einem Wort: ist ist ihre Stimme 😉
Irina von Bentheim erzeugt für mich eher das Bild einer etwas größeren und naiven Frau, die ins Schnippische tendiert – stark ist etwas anderes. Aber wer Frau Bentheim aus der Serie kennt, der wird sicherlich nicht enttäuscht sein. Und lesen kann Irina von Bentheim natürlich trotzdem. Dass sie mir nicht passt, hat nichts mit ihrem Können zu tun.

Fazit
Wegen der holprigen Überleitungen, da es nur eine gekürzte Ausgabe ist (mehr!) und weil ich Irina von Bentheim nicht mit Carrie assoziieren kann, bekommt die CD nur 4 Sterne – auf jeden Fall ein Must-Have für alle Sex-and-the-City-Fans.

Euer Sir Charles Lytton

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Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers, gelesen von Dirk Bach

Cover: Die Stadt der Träumenden Bücher

Cover: Die Stadt der Träumenden Bücher

Terry Pratchett trifft „Wo die Wilden Kerle wohnen“ – einfach umwerfend!!!

  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Dirk Bach)
  • Sprecher liest in verteilten Rollen
  • Anzahl CDs: 14
  • Sprache: deutsch
  • Hörbuch Hamburg, 2005
  • Wertung *****

Walter Moers hat schon mehrmals bewiesen, dass er ein vielseitiges Genie ist: Käptn Blaubär und Das kleine Arschloch sind beide unübertrefflich und einmalig, besitzen aber doch recht wenig Schnittstellen, was von der Vielseitigkeit von Walter Moers zeugt.

Weiterhin muss man zu den Moersschen Werken auch noch wissen: die Rechte für Käptn Blaubär liegen beim NDR, die Rechte für Das kleine Arschloch beim Eichborn Verlag.

Der Weg nach Zamonien
Was macht man also, wenn man kein Recht an seinen Hauptwerken hat, aber eine ungebremste Phantasie? Man entwickelt einfach eine Idee weiter: die neuen Bücher von Walter Moers spielen alle in Zamonien, der Welt von Käpt’n Blaubär, die er für Erwachsene weiterentwickelt.

Und es schadet nicht wirklich, dass Moers sich nicht weiter mit Blaubär beschäftigt. „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ war ein gutes Buch (vielleicht schreib ich da auch noch ne Rezension), aber was danach kam, ist definitiv noch besser.

Das Hörbuch
Dies hier ist also die erste Rezension eines Moers-Buch vom Kontinent Zamonien.
In der Stadt der träumenden Bücher werden die Abenteuer des jungen Lindwurms Hildegunst von Mythenmetz in der Stadt der träumenden Bücher, Buchheim, erzählt. Begegnungen mit Buchjägern, durchgeknallten Haifischmaden, die die Weltherrschaft anstreben, geheimnisvoller Trompaunenmusik sind an der Tagesordnung.
Es ist für den Rezensenten einfach unmöglich, die Stimmung und vor allen Dingen die Kreativität von Moers in einem kurzen Absatz wiederzugeben, ich müsste fast das gesamte Buch zitieren.
Deshalb beschränke ich mich auf die Wiedergabe einer Auswahl von Autoren und ihrer Werke, die Moers beiläufig einstreut. Meines Erachtens der beste Spiegel der Kreativität Moers’.

Hildegunst von Mythenmetz ist in Buchheim angekommen und sieht das erste Mal all die Bücher in den Auslagen der Antiquariate (beim Hören mitgeschrieben, also keine Garantie für die Schreibweisen 😉 ):

Da!, „Der Tiger in der Wollsocke“ von Caliban Sykorax, Erstausgabe. Da!, „Die rasierte Zunge“ von Andrastea Synopa mit den berühmten Illustrationen von Eliho Wippel. Da! Die „Mäusehotels“ von Wellfleisch. Der legendäre humoristische Reiseführer von Jodler van Hinnen in tadellosem Zustand. „Ein Dorf namens Schneeflock“ von Pallisaden-Honko, die vielgepriesene Autobiographie eines dichtenden Schwerverbrechers, in den Verließen von Eisenstadt geschrieben, mit einer Signatur aus Blut. „Das Leben ist schrecklicher als der Tod“, die hoffnungslosen Aphorismen und Maximen von P.H.T. Farzewohl, in Fledermauspelz gebunden. Die Ameisentrommel von Sansemina von Geisterbahner, in der legendären Spiegelschriftausgabe. „Der Gläserne Gast“ von Zodiak Glockenschrei. Hampo Henks experimenteller Roman „Der Hund, der nur im Gestern bellte“ lauter Bücher, von deren Lektüre ich träumte, seit Danzelot mir davon vorgeschwärmt hatte.

Die Phantasie hinter diesen Namen ist schier unglaublich. Der Rezensent wurde des Öfteren in der U-Bahn seltsam angeschaut, da ihm wieder ein Lacher über eine überraschende Pointe entwich.

Dirk Bach, ewig unterschätzt
Nur die Textstelle zu zitieren, ist nur die halbe Miete. Denn unterstützt wird die Moers’sche Komik durch Dirk Bach, der die Sprache übernimmt.
Man stellt beim Hören fest, dass Dirk Bach wahnsinnig unterschätzt wird. Oder zumindest alles dafür tut, dass man ihm eine solche schauspielerische Glanzleistung wie die Lesung der „Träumenden Bücher“ nicht zutraut.

Jeder weiß ja, wie Dirk Bach aussieht. Trotzdem versteht er es, den Charakteren einen solchen Umfang von überzeugenden Stimmen zu geben, dass ich mir zwischendurch beim besten Willen keinen Dirk Bach hinter der der Rolle mehr vorstellen konnte, unglaublich! Und die Vielfalt der verschiedenen Stimmen, man merkt hier den Profi.

Ich muss dazu sagen, dass ich Dirk Bach nicht immer für den richtigen Sprecher halte. In den Terry-Pratchett-Vertonungen entspricht sein Stil nicht dem, was ich für kanonisch halte, da bin ich die trockene britische Lesart von Steven Briggs gewohnt.

Es ist aber so, hier passt alles: mit Dirk Bach hat sich der bestmögliche Sprecher für Walter Moers gefunden, da bin ich mir ganz sicher!

Fazit
Kaufen, kaufen, kaufen – wie unter dem hypnotischen Zwang der Trompaunenmusik sollt ihr sofort losstürzen und euch diese 14 CDs zulegen. Es führt kein Weg daran vorbei.

Euer Sir Charles Lytton

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Das Blut der Templer von Wolfgang Hohlbein, gelesen vom Autor

Cover: Das Blut der Templer

Cover: Das Blut der Templer

Ein richtig schlechtes Hörbuch zur Pro Sieben-Fernsehproduktion.

+++Wenn euch Echtzeit-Fantasy und Mystery interessiert, dann lest lieber hier weiter: Der Heilige der Letzten Tage oder Die Flüsse von London+++

  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Wolfgang Hohlbein selbst)
  • Sprecher liest nicht in verteilten Rollen
  • Anzahl CDs (6, gekürzt)
  • Sprache: deutsch
  • Fantastika
  • Wertung ooooo (kein Stern)

Manchmal stimmt die Chemie nicht, manchmal ist es die Qualität. Also hier muss ich sagen: ganz eindeutig lässt in diesem Hörbuch die Qualität zu wünschen übrig.

Wolfgang Hohlbein als Sprecher
Das erste Problem ist sicherlich der Sprecher, Wolfgang Hohlbein himself. Also er ist kein Profisprecher, das merkt man schon. Aber das muss nicht stören. Wenn das eben so ist, dass man den Autor selbst als Sprecher haben möchte, dann ist das für den Hörer schon etwas Besonderes. Man sollte dann allerdings noch deutlich mehr Studioarbeit investieren, um – wie bei Wolfgang Hohlbein – das Tempo etwas hinauszunehmen. Pausen, geringeres Lesetempo hätten das Buch vielleicht hörbar gemacht.

Anstrengend wären in jedem Fall die verklausulierten Sätze gewesen, keine wirkliche Freude beim Zuhören, egal ob vom Autor oder einem professionellen Sprecher gelesen..

Genervt aufgegeben
Ich jedenfalls war nach 20 Minuten Hören so genervt, dass ich den Player zur Seite legen musste. Mein Urteil ist also eventuell unvollständig, vielleicht erwartet den Hörer später noch ein ungeahntes Feuerwerk an audiophiler Kreativität – ich glaube es aber nicht.

Der Inhalt
Zum Inhalt kann ich mich also auch nicht wirklich weit äußern, da ich ja nicht wirklich weit gehört habe. Als Historiker tue ich mich aber prinzipiell schwer mit der Templergeschichte.

Ja, ich weiß, dass die Templer inzwischen mythifiziert und ein Klassiker der Verschwörungstheorie sind und es deshalb völlig legitim ist, diesen Mythos zu einem spannenden Buch zu verarbeiten.

Aber leider springt der Terrier der Besserwisserei immer wieder an meinem Bein hoch und verlangt, sich auf geschichtliche Unwahrheiten stürzen zu dürfen. Insofern wäre meine Meinung über den Inhalt auch nicht wirklich maßgeblich für den Leser ohne Geschichtsstudium, die sich einfach über eine gute Geschichte freuen.

Fazit
Als Fazit: Wolfgang Hohlbein schreibt einen guten, spannenden Stil (ich habe sicher über 40 Bücher von ihm gelesen und kann das ganz gut beurteilen). Deshalb: wenn euch der Titel anspricht, kauft euch das Buch und lasst das Hörbuch im Regal stehen, dort steht es gut.

Euer Sir Charles Lytton

Pu in Nadelstreifen: Bärenstarkes Management von Roger E. Allen, gelesen von Uwe Friedrichsen

Pu in Nadelstreifen

Winnie Pu gibt uns Management-Unterricht, wenn das mal keine Abwechslung zu langweiligen Vorträgen ist…

  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Uwe Friedrichsen)
  • Sprecher liest in verteilten Rollen
  • Anzahl CDs (leider nur eine)
  • Sprache: deutsch
  • Hoffmann und Campe, 2000
  • Wertung *****

Also es sei vorweggestellt: ich bin völliger Pu-der-Bär-Fan, sowohl die Englischen als auch die deutschen Pu-Bücher sind absolute Klassiker und aus meiner Hörbibliothek nicht wegzudenken.

Warum, Walt Disney?
Und ich will mich gleich am Anfang von dem Murks distanzieren, den Walt Disney aus der genialen Vorlage gemacht hat. Das ist einfach Schrott. Ich habe live miterlebt, wie Kinder auf die Zeichentrickserie fliegen und es mag ja nicht schlecht sein. Trotzdem, es ist es eine Vergewaltigung des Originals, die ursprüngliche Stimmung geht einfach verloren – und das ist auch mein Anknüpfungspunkt: es geht auch anders. Man kann das Original von 1926 nehmen und vorsichtig bearbeiten. Was dabei schönes herauskommen kann, sehen wir in Pu in Nadelstreifen.

Inhalt
Mit Hilfe von (Teilen der) Pu-Geschichten erklärt Allen uns, was Management ist und wie es funktioniert. Die Geschichten werden zerlegt und wichtige Lehrsätze schildert der Autor anhand der Bewältigung der Probleme innerhalb der Geschichte, z.B. wie Pu versucht, den Bienen als Wolke getarnt, Honig abzuluchsen. Der Autor mischt sich dabei als Besucher unter die Bewohnter des Hundert-Morgen-Walds und analysiert mit ihnen ihre Abenteuer aus fachlich durchaus fundierter Sicht.

Es mag sein, dass es hilfreich ist, die Pu-Bücher zu kennen. Ich bin allerdings der Meinung, dass das Buch auch so funktioniert: es vermittelt den Witz der Pu-Geschichten und gleichzeitig lernen wir noch etwas. Ich z.B. empfehle Pu in Nadelstreifen gerne den Gründern, die ich Beruflicherweise berate.

Der Sprecher
Uwe Friedrichsen versteht es, die Stimmung der Bücher einzufangen und Pu Leben einzuhauchen. Keine großen Worte, so muss es sein!!!