Benedict Cumberbatch liest Sherlock Holmes: The Rediscovered Railway Mysteries, von John Taylor.

Was tun nach dem Ende von Sherlock? Schnell ein Hörbuch hören mit unserem Liebling Benedict Cumberbatch 😉

Sher­lock, die berühmte BBC-Serie mit Bene­dict Camem­bert Cum­ber­batch geht ja nun bald zu Ende — Am Pfin­gst­son­ntag startet die let­zte Staffel im ZDF — deshalb hier ein ander­er Lecker­bis­sen, für alle, die nicht genug von The Sher­lock bekom­men: The Dedis­cov­ered Rail­ways Mys­ter­ies von John Tay­lor. Gele­sen, ganz klar, von Bene­dict Cum­ber­batch.

Der Inhalt

Sher­lock Holmes ist natür­lich wie immer dabei, Ver­brechen aufzuk­lären. Dies­mal natür­lich, von John Tay­lor und nicht von Arthur Conan Doyle, wieder ins Vic­to­ri­an­is­che Lon­don ver­set­zt.

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Die Weiße Lilie – Tödliche Stille

Verschwörungstheorien, Diktatoren, Ritualmorde zwischen Boston und Schwarzafrika

Cover: Die Weiße Lilie - Tödliche Stille

Die Weiße Lilie — Tödliche Stille

Die weiße Lilie ist ein Thriller für die Ohren, per­fekt umge­set­zt und ver­störend, ohne über die aus den Nachricht­en bekan­nten Fak­ten zu weit hin­auszuge­hen.
Was hat die weiße Lilie zu tun mit Mor­den in Boston und einem Dik­ta­tor im Kon­go? Dichte Hand­lung, guter Sound, gute Sprech­er – ganz klar Dau­men hoch & hörenswert.

  • Wer­tung: ***** (5 Sterne)
  • Pro­duk­tion: Timo Kinzel, Ben­jamin Oech­sle
  • Autoren: Ben­jamin Oech­sle, Timo Kinzel
  • Label: Ele­vate Stu­dios

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Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London – Harry Potter für Erwachsene ;)

Stimmungsvoller Roman auf den magischen Straßen Londons

Cover: Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Die Flüsse von Lon­don von Ben Aaronovitch

Ein ein­fach­er Polizei-Con­sta­ble gerät Hals über Kopf in die Geis­ter­welt Lon­dons und muss dort mit Flussgöt­tern, Geis­tern, bösen Magiern und Vam­piren ver­han­deln, kämpfen und flirten 😉 Super span­nen­der Jet­ztzeit-Fan­ta­sy-Kri­mi in den Straßen Lon­dons, ver­gle­ich­bar z.B. mit den Dres­den Files, dem Heili­gen der Let­zten Tage, Skull­dug­gery Swing oder auch Bar­ti­maeus. Der Vor­leser ist Diet­mar Wun­der, der nicht nur den gle­ichen Vor­na­men hat wie ich 😀 son­dern auch richtig, richtig gut lesen kann! Ein run­dum gelun­ge­nes, span­nen­des und stim­mungsvolles Hör­buch.

  • Wer­tung: ***** (5 Sterne)
  • Ver­lag: Jum­bo Neue Medi­en
  • Sprech­er: Diet­mar Wun­der
  • Autor: Ben Aaronovitch
  • Spiel­d­auer: 3 h 56 Min.
  • Gekürzte Aus­gabe

Die Flüsse von London: das Hörbuch

Peter Grant hat ger­ade seine Polizeiaus­bil­dung been­det und erwartet, Weit­er­lesen

Krimi des Mittelalters

OttoIIIAchtung, Pseu­do-Fake-Mit­te­lal­ter — gibt es denn keine His­torik­er dort draußen, die den Autoren helfen kön­nten?!

* Hör­spiel
* Sprache: eine Art deutsch
* Laufzeit: ca. 42 min
* Bew­er­tung: *

Die Hör­spiele
Ich kann mich aktuell  nicht erin­nern, woher ich die zwei Kri­mi-des-Mit­te­lal­ters-Hör­spiele nun bekom­men habe, wollte sie aber trotz­dem besprechen — und euch vor ihnen war­nen.

Gehört habe ich:

* Der Fluch des Bar­den
* Mum­men-Schanz

Während sowohl die Pro­duk­tion als auch die Schaus­piel­er ansprechend sind, strotzt der Inhalt so von Fehlern. Wenn ihr schon eins der bei­den obi­gen Büch­er hören müsst, so nehmt Mum­men-Schanz. Denn im “Fluch des Bar­den” reden alle extrem im Pseu­do-Mit­te­lal­ter-Sprech — und der geht einem nach kurz­er Zeit ganz schön auf den Sack Nerv.

Ok, also zur grund­sät­zlichen Vertei­di­gung der Hör­spiele: das sind Kinder­hör­spiele, aber wir wollen die Kinder doch nicht ver­dum­men, oder?!

Nur ein Beispiel zur his­torischen Unge­nauigkeit — wobei Unge­nauigkeit schon eine Untertrei­bung ist. Im “Mum­men-Schanz” will sich Kaiser Otto III., der Sohn von Kaiserin Theo­phanu, ein Fer­n­rohr bauen lassen. Vom Schmied. Nun ja, es mag ja Fer­n­rohre aus Met­all geben. Ein Optiker/Glasbläser wäre auf jeden Fall eine Hil­fe. Aber: Otto III. lebt um 1.000, das Fer­n­rohr wurde 1608 erfun­den. 600 Jahre ein­fach mal so in die Tonne getreten!!!
Und in die Rich­tung geht es weit­er! Es gibt da echt bessere Hör­büch­er, wenig­stens einiger­maßen verortet im Mit­te­lal­ter sind da eher die Brud­er Cad­fael-Hör­büch­er.

Die Pro­duk­tion
Gutes Sound­de­sign, pro­fes­sionelle Schaus­piel­er. An der Pro­duk­tion ist offen­sichtlich nicht ges­part wor­den, da wäre echt was drin’ gewe­sen.

Faz­it
Geschichtswis­senschaftler sind auch nicht teur­er als Schaus­piel­er, jed­er Geschichtsstu­dent hät­ten für ein paar Euro das Lek­torat übernehmen kön­nen. Für so eine aufwändi­ge Pro­duk­tion ist das doch nicht zu viel ver­langt, oder?! Einen Stern habe ich für die “Krim­is des Mit­te­lal­ters” übrig und der geht an die Pro­duk­tion.

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Monk’s Hood by Ellis Peters, Philip Madoc as Brother Cadfael

Welch angenehmes Mit­te­lal­terge­fühl, durchge­hend span­nen­der Mit­te­lal­terkri­mi!

Hörspiel-Cover: Monk's Hood

Hör­spiel-Cov­er: Monk’s Hood

* Hör­spiel
* Sprache: Englisch
* Sprech­er: Philip Madoc, Sir Michael Hordern, Geof­frey White­head, Tim­o­thy Bate­son
* Drama­ti­sa­tion by Bert Coules, music by Peter Salem.
* 5 Fol­gen à 30 min.
* Ver­lag: BBC 4
* Wer­tung: *****

Das Hör­spiel
Monk’s Hood (=Eisenkraut) tötet in der Abtei Shrews­bury, allerd­ings sind wir nicht bei Umber­to Eco, es wird von der Mönch­ska­puze kein Mönch getötet, son­dern es trifft einen Laien. Das hält Brud­er Cad­fael aber nicht davon ab, nach dem Mörder zu suchen und sich für Gerechtigkeit einzuset­zen, wie er das halt immer so tut.  Zumal das Eisenkraut aus sein­er Kräuter­samm­lung gestohlen wor­den zu sein scheint und er das als Angriff auf seine per­sön­liche Ehre ver­ste­ht.

Erschw­ert wird das hehre Unter­fan­gen durch die Abwe­sen­heit von Abt Herib­ert. Dieser wird auf­grund poli­tis­ch­er Ver­wick­lun­gen in den Thron­folgestre­it zwis­chen Kaiserin Maude und Stephen von Blois abberufen und Pri­or Robert übern­immt kurzfristig mit har­ter Hand die Leitung der Abtei. Und Pri­or Robert mag es nicht, wie Brud­er Cad­fael seine Nase in die Angele­gen­heit­en ander­er steckt bzw. gar von sein­er Ver­gan­gen­heit einge­holt wird.

Die Pro­duk­tion
Ver­wech­slun­gen, Vergif­tun­gen, Ver­fol­gungs­jag­den bringt uns das Hör­spiel, gut darg­ere­icht. Und obwohl viele Per­so­n­en agieren, ver­liert man nicht den Überblick. Dazu trägt bei, dass in Monk’s Hood im Gegen­satz zu One Corpse Too Many Sir Michael Hor­den als Sprech­er für die Über­leitun­gen zu anderen Szenen sorgt, eine wichtige Hil­fe für den Hör­er.
Son­st gefällt mir die BBC-Pro­duk­tion run­dum, schöne Musik, gute Sprech­er, nettes Sound­de­sign, bra­vo!

Faz­it
Hörenswert, span­nend, auch wenn ein Charak­ter wie Brud­er Cad­fael nicht wirk­lich in’s zwölfte Jahrhun­dert passen will, Ellis Peters hätte sich eher wie Eco das 14. Jahrhun­dert aus­suchen sollen, nach­dem jemand wie William von Ock­ham die Logik auf eine neue Stufe gebracht hat­te.
Nun, das tut dem Hör­spiel keinen Abbruch, der kleine Geschichtler in mir musste das allerd­ings loswer­den 😉

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lyt­ton

feed icon16x16 One Corpse Too Many by Ellis Peters, Glyn Houston as Brother Cadfael Wenn Dir der Artikel gefall­en hat, reg­istriere dich kosten­los beim RSS-Feed vom Hoer­buch­fre­und.

One Corpse Too Many by Ellis Peters, Glyn Houston as Brother Cadfael

One Corpse Too ManySchön­er Mit­te­lal­terkri­mi, lei­der etwas hol­prig.

* Hör­spiel
* Sprache: Englisch
* Ver­lag: Lis­ten for Plea­sure
* Sprech­er: Glyn Hous­ton, Jane Slavin u.a.
* Drama­tised by Alan Down­er, pro­duced by Ger­ry Jones
* Erste Sendung: 1990 auf BBC Radio Four
* Spielzeit: 1 h 26 min
* Wer­tung: ***

Das Hör­spiel
Schön und far­ben­prächtig pro­duziertes Hör­spiel in der Zeit des Thron­fol­gekriegs zwis­chen König Stephen von Blois und Kaiserin Maude Mitte des 12. Jahrhun­derts.
Die Abtei von Shrews­bury wird in die Thron­stre­it­igkeit­en ver­wick­elt, eben­so Brud­er Cad­faeil selb­st. Er ent­deckt nach der Nieder­lage der Stadt Shrews­bury unter den Leichen der erhenk­ten Vertei­di­ger einen weit­eren Leich­nam. Dieser ist allerd­ings nicht erhenkt wor­den, son­dern erwürgt und ist One Corpse Too Many!

Ein sym­pa­this­ch­er Brud­er Cad­fael kommt dem Mörder langsam auf die Schliche und muss dabei noch einige Ver­wick­lun­gen lösen, die Amor mit seinen spitzen Pfeilen verur­sacht sowie Mam­mon mit seinem Geld­säck­el 😉

Pro­duk­tion
Lei­der haben sich die Pro­duzen­ten entsch­ieden, keinen Sprech­er für die Über­leitun­gen einzuset­zen. Das — zusät­zlich zu meinem schlecht­en Namensgedächt­nis — führt dazu, dass ich jedes­mal 1–3 Sekun­den brauche, um zu ver­ste­hen, was ger­ade passiert. Damit wird mir das Hör­spiel lei­der etwas zu rumpelig, auch fehlt so der Rhyth­mus.

Faz­it
Kurzweilig, nett zu hören und für jeden Lieb­haber des Britis­chen Englisch sowie von Mit­te­lal­terkrim­is eine Freude. Ich muss allerd­ings sagen, dass ich ger­ade den näch­sten Cad­fael-Kri­mi der BBC ange­fan­gen habe. Und der ist deut­lich bess­er. Die 3 Sterne gebe ich also auch deswe­gen, weil ich weiß, wie es bess­er geht.

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lyt­ton

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Henning Mankell, Wallanders erster Fall, gelesen von Andreas Bisowski u.a.

Cover: Wallanders erster Fall

Cov­er: Wal­lan­ders erster Fall

Wo geht’s hier durch den 68er-Wust zur Kripo?

* Hör­spiel
* Pro­duk­tion: Andreas Bisows­ki u.a. (Sprech­er), Simon Bertling und Chris­t­ian Hagitte (Regie), Moritz Wulf Lange (Hör­spiel­bear­beitung)
* Anzahl CDs: 1
* Ver­lag: Dhv der Hörver­lag, 2003
* Wer­tung: ****

Das Hör­spiel
Wal­lan­ders erster Fall schildert den Weg Wal­lan­ders von der Schutzpolizei – einge­bun­den in die Straßenkämpfe der 68er und lang­weiliges Patru­il­len­schieben – zur Krim­i­nalpolizei.

Dabei gerät seine Beziehung zu Mona, sein­er Fre­undin, immer mehr ins Hin­tertr­e­f­fen. Der junge Kurt Wal­lan­der ermit­telt auf eigene Faust im Todes­fall seines Nach­barn und zeigt so erst­ma­lig sein Kön­nen – und bege­ht natür­lich jeden Anfänger­fehler.

Schön pro­duziertes Hör­spiel, im üblichen Stil von Bertling, Hagitte und Lange gibt es einen Eröff­nungs­di­a­log, der dies­mal die Span­nung über weite Teile des Hör­spiels Aufrecht erhält und einem ständig mit dem Schlimm­sten rech­nen lässt.

Wal­lan­der bewegt sich zwis­chen Beruf bzw. in diesem Falle Beru­fung und per­sön­lichem Leben glaub­haft hin und her. Glück­licher­weise wurde für Wal­lan­der dies­mal eine jün­gere Stimme gewählt, so dass zumin­d­est die Alter­szuord­nung – anders als z.B. bei Die Pyra­mide stimmt.

Lei­der gehen die Pro­duzen­ten nicht auf die Möglichkeit­en der 68er ein, die Musik ist dieselbe wie in ihren anderen Wal­lan­der-Hör­spie­len. Was hätte die Zeit für Möglichkeit­en geboten, die Jugend­be­we­gung und deren Kon­fronta­tion allein anhand der Musik darzustellen, eine ent­gan­gene Chance!!!

Faz­it
Trotz dieser nicht genutzten Möglichkeit­en ein run­dum überzeu­gen­des Hör­spiel, kann ich nur jedem Wal­lan­der-Fan empfehlen.

Viel Spaß bei diesem Hör­spiel wün­scht euch
Sir Charles

PS: Wenn ihr das Wal­lan­der-Hör­spiel kaufen wollt, kauft bitte über meinen Ama­zon-Link: Wal­lan­ders erster Fall.

Maurice Leblanc: Der Gentleman-Einbrecher, gelesen von StoryTell

Meis­ter­dieb Arsene Lupin schlägt auf hoher See zu, span­nend!

* Hör­buch
* Sprech­er und Pro­duk­tion: Sto­ry­Tell
* Anzahl MP3s: 3 Down­loads á ca. 15 min
* Sprache: deutsch
* Blog: Detec­tivnov­els­friend
* Wer­tung: ****

Arsene Lupine hat­te mich lange schon inter­essiert, als ich mir nun neulich die hör­Büch­er gekauft hat­te, bin ich dort über eine Rezen­sion von Sto­ry­Tells Blog gekom­men. Sto­ry­Tell aka Claus Bothe veröf­fentlicht auf seinem Blog regelmäßig — und kosten­los — schöne, von ihm selb­st ein­ge­le­sene Romane, z.B. von Agatha Christie, Robert Louis Steven­son oder eben Mau­rice Leblanc.

Ich habe mich bish­er nicht an die Laien­büch­er herange­traut, war aber durch die gute Kri­tik der hör­Büch­er ermutigt. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt, obwohl sich auch meine Befürch­tun­gen teil­weise bestätigt haben.

Arsene Lupin, der Gen­tle­man-Ein­brech­er
Der Gen­tle­man-Ein­brech­er ist die erste Kurzgeschichte über Arsene Lupine und auch nur der Anfang der von Sto­ry­Tell ein­ge­le­se­nen Lupine-Geschicht­en. Auf der Provence, einem Luxus­dampfer auf dem Weg nach Ameri­ka, passieren Dieb­stäh­le und man weiß, dass der berühmte Arsene Lupin, der Gen­tle­man-Ein­brech­er an Bord ist. Verdäch­ti­gun­gen, Angriffe und eine Romanze in der High Soci­ety sind die Zutat­en dieses 1905/7 geschriebe­nen kleinen, vorzüglichen Stück­es.
Anfangs hat­te ich Angst, dass Leblanc wie so viele Klas­sik­er im Lichte der heuti­gen Zeit nicht hielte, was die Kri­tik ver­spricht. Glück­licher­weise ist Leblanc span­nend, logisch und auch witzig!

Detec­tivnov­els­friend
Arsene Lupins erstes Aben­teuer begin­nt mit ein­er net­ten, stim­mungsvollen Musik, die allerd­ings abrupt abbricht (warum?!).
Sto­ry­Tells Erzählweise gefällt mir, man nimmt ihm den Icherzäh­ler sofort ab, ein vielschichtiges Bild eines Paris­er Lebe­manns entste­ht im Kopf.

Ärg­er­lich, dass man bei genauem Hin­hören (z.B. auf dem MP3-Play­er) ein kon­tinuier­lich­es Klopfgeräusch im Hin­ter­grund vern­immt. Das wäre mit etwas besserem Pro­duk­tion­s­gerät nicht passiert. Dieses muss nicht mal teuer sein, ein ein­fach­er MD-Play­er und ein ordentlich­es Mikro hät­ten gere­icht.

Wie ich das Hör­buch finde
Schön gemacht, kosten­los, die Pro­duk­tion­ss­chwächen nehme ich gerne in Kauf dafür. Weit­er so, Sto­ry­Tell!!!

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lyt­ton

Henning Mankell, Wallander: Die Pyramide, als Wallander Heinz Kloss.

Cover: Die Pyramide

Cov­er: Die Pyra­mide

Sehr gefüh­lvolle und atmo­sphärische Insze­nierung. Vortr­e­f­flich das Hin- und Her­pen­deln zwis­chen Wal­lan­ders Pri­vatleben und sein­er Arbeit am Krim­i­nal­fall.

* Hör­spiel
* Heinz Kloss u.a. (Sprech­er), Simon Bertling und Chris­t­ian Hagitte (Regie), Moritz Wulf Lange (Hör­spiel­bear­beitung)
* Anzahl CDs/MP3s: 1
* Sprache: deutsch
* dhv der Hörver­lag, 2003
* Wer­tung: ***

Ein­er der ersten Fälle von Wal­lan­der: ein Flugzeu­gab­sturz in Schwe­den, der die Polizei mit Kom­mis­sar Wal­lan­der auf einen Dro­gen­schmuggel­ring aufmerk­sam wer­den lässt. Ein Trip nach Ägypten, um seinen Vater aus der Patsche zu helfen, run­det das Hör­spiel ab.

Jedoch ger­ade in der Anfangsse­quenz ist der Text an Ein­falt nicht zu über­bi­eten:

Gut, ver­standen. In 10 Minuten haben wir den schwedis­chen Luftraum hin­ter uns.“ „Ich bin froh, wenn wir endlich wieder lan­den.“ „Wird schon schief gehen.“ „Hörst du das?“ „Ver­dammt, der Motor.“ „Oh Scheiße!“ „Tu was!“

Dass dieser Text ger­ade am Anfang ste­ht, ist ärg­er­lich. Denn son­st ist das Hör­spiel recht span­nend, so gut es eben bei der Beschränkung auf nur ein­er CD geht, entwick­elt die Hand­lung weit­er und umrahmt diese durch eine gefüh­lvolle und authen­tis­che Entwick­lung der Per­sön­lichkeit Wal­lan­ders – sehr schön die Sequenz, in der seine Tochter den pein­lich berührten Wal­lan­der über sein Liebesleben nach der Schei­dung aus­quetscht.

Atmo­sphärisch sehr dicht, schön zu hören, obwohl es ein-zwei Sachen gibt, die mir ein biss­chen unl­o­gisch erscheinen, so behauptet Wal­lan­der, er tre­ffe seinen Vater kaum noch, aber das stimmt nicht, denn eigentlich sieht er ihn sehr oft. Aber das stört nicht wirk­lich, ist wohl eher eine Beckmesserei von mir.

Der Sprech­er
Heinz Kloss, der Sprech­er des Wal­lan­ders, hat eine Stimme, die man ziem­lich gut mit einem typ­is­chen Krim­i­nalkom­mis­sar verbindet. Wal­lan­der ist zur Zeit der „Pyra­mide“ aber erst 41 Jahre alt, die Stimme von Kloss klingt jedoch deut­lich älter.

Faz­it
Schön zu hören, allerd­ings: spätere Wal­lan­der-Hör­spiele des­sel­ben Pro­duk­tion­steams zeigen, wie es bess­er geht. Wer nicht die voll­ständi­ge Wal­lan­der­samm­lung besitzen möchte, der sollte lieber zu einem anderen Hör­spiel greifen.

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lyt­ton

PS: Bei Ama­zon kaufen (mein Part­ner­link): Die Pyra­mide von Hen­ning Mankell

Nordermoor von Arnaldur Indridason, gelesen von Frank Glaubrecht

Cover: Nordermoor von Arnaldur IndriadasonBess­er als Men­schen­söhne! Indri­da­son — oder sollte ich in skan­d­i­nasch­er Duz­manier sagen, Arnal­dur hat sich in seinem drit­ten Werk gegenüber seinem Erstling deut­lich  gesteigert. Dur­chaus span­nend — zumin­d­est nach der 2. CD 😉

* Hör­buch
* Ein Sprech­er: Frank Glaubrecht
* Sprech­er liest nicht in verteil­ten Rollen
* Anzahl CDs: 4 (gekürzt)
* Sprache: deutsch
* Lübbe Audio, 2006
* Wer­tung:  ****

Inhalt
Ein älter­er Mann wird  mit einem Aschen­bech­er erschla­gen in sein­er Woh­nung aufge­fun­den, ein weit­er­er Mord tritt später zu Tage.
Kom­mis­sar Erlen­dur Sveins­son sucht die Ursache der Morde in Geschehnis­sen, die in den Sechzigern passierten.

Dur­chaus glaub­haft insze­niert Arnal­dur Indri­da­son die Aufar­beitung der Motive der Täter und der Opfer, wobei die Gren­ze zwis­chen bei­den nicht immer so ein­deutig ist.

In ein­er zweit­en Ebene beschäftigt Arnal­dur sich wieder mit den pri­vat­en Prob­le­men des Kom­mis­sars, seine dro­gen­süchtige Tochter ist schwanger. Im Gegen­satz zu Men­schen­söhne wird diese Eben­er glaub­würdi­ger, men­schlich­er, ohne allzu große Sprünge analysiert.

Der Sprech­er
Frank Glaubrecht liest in sein­er trock­e­nen Art (er ist die Stimme von Al Paci­no, Pierce Bros­nan, Jere­my Irons und Richard Gere), die dem tris­ten, von Arnal­dur Indri­da­son ver­mit­tel­ten Bild von Island entspricht.
Lei­der finde ich — aber das ist mein per­sön­lich­er Geschmack, dass seine extreme Stimme das Lesen mit verteil­ten Rollen erfordert — nur so kann allen Charak­teren ein glaub­würdi­ger Auftritt ver­schafft wer­den.

Faz­it
Hörenswert für Viel­hör­er. Für Leute mit wenig Zeit würde ich, wenn es Skan­di­navien sein soll, eher Hakan Ness­er oder Hen­ning Mankell empfehlen.

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lyt­ton

PS: Bei Ama­zon kaufen (mein Part­ner­link): Nor­der­moor: Island Kri­mi

Menschensöhne von Arnaldur Indridason, gelesen von Frank Glaubrecht

Cover: Menschensöhne von Arnaldur Indridason

Cov­er: Men­schen­söhne von Arnal­dur Indri­da­son

…hmmm, ja, also war ganz nett, ich hab’s wenig­stens bis zum bit­teren Ende gehört. Isländis­ch­er Charme ist eben doch was ganz beson­deres.

* Hör­buch
* Ein Sprech­er: Frank Glaubrecht
* Sprech­er liest nicht in verteil­ten Rollen
* Anzahl CDs: 4 (gekürzt)
* Sprache: deutsch
* Lübbe Audio, 2005
* Wer­tung:  ***

Inhalt
Kom­mis­sar Sveins­son jagt einem Ver­brechen nach — ok, das in Krim­is nix beson­deres 😉 Also nochmal: ein Mord an einem Lehrer, der Selb­st­mord eines ehe­ma­li­gen Schülers in der Ner­ven­klinik und eine ungek­lärte Verbindung zwis­chen den bei­den. Exper­i­mente mit Schülern, Pädophilie, Dro­gen, Indri­ad­son dreht also in seinem Erstlingswerk (in Deutsch­land als fün­ftes Buch erschienen) voll auf.

Die Geschichte spielt in mehreren Ebe­nen, ein­mal der krim­i­nal­is­tis­chen Ebene und dann gibt es das Pri­vatleben von Erlen­dur (ja klar, die duzen sich da alle!).

Ins­ge­samt alles ganz nett, lei­der fehlt mir ein biss­chen Fleisch auf den Knochen, wom­öglich liegt das an den Kürzun­gen im Ver­hält­nis zur Leseaus­gabe. Sprünge und — vor allem im Pri­vatleben Erlen­durs — abrupte Brüche trüben das Wass­er der isländis­chen Geysire.

Ganz abge­se­hen von dem etwas phan­tastis­chen Ende. Ich sag hier nix, keine Spoil­er von mir, aber Michael Crich­ton wäre wohl bess­er damit umge­gan­gen.

Die Pro­duk­tion
Pro­fes­sionell, nur ganz kleine Fehler und Holper­er. So sind z.B. die Pausen zwis­chen den Szenewech­seln ein­fach zu kurz. Da Frank Glaubrecht nicht in verteil­ten Rollen liest, fühlt man sich manch­mal ver­loren, bis einem ein Licht aufge­ht, wer jet­zt ger­ade redet. Ein-zwei Ver­sprech­er oder unnötige Pausen hät­ten auch noch aus­ge­merzt wer­den kön­nen. Aber jut, das kann auch nach dem drit­ten Schnitt noch passieren, da mache ich den Pro­duzen­ten keinen Vor­wurf draus, irgend­wann muss ein­fach Schluss sein.

Der Sprech­er
Frank Glaubrecht ist ein­er der erfol­gre­ich­sten Syn­chron­sprech­er Deutsch­lands, er ist u.a. die Stimme von Al Paci­no, Pierce Bros­nan, Jere­my Irons und Richard Gere.
Das hil­ft ihm bei diesem Hör­buch m.E. aber auch nicht weit­er. Seine Stimme mag ja markant sein, die Dichte des Romans kann er damit lei­der nicht wiedergeben. Gern hätte ich ihn in ein­er Hör­spielfas­sung als Kom­mis­sar Erlen­dur Sveins­son gese­hen, mit einem guten Cast an sein­er Seite. Allein finde ich seine herbe Stimme ver­fehlt — ganz abge­se­hen davon, dass ich ja nicht wirk­lich auf ein­fach vorge­le­sene Romane ste­he, ein Schaus­piel­er sollte den Rollen schon einen eige­nen Charak­ter ver­lei­hen.

Faz­it
Naja, ich würd eher nen Wal­lan­der hören, wenn es schon skan­di­navisch sein soll. Wenn ihr aber Island- oder Björk-Fans seid, dann kön­nt ihr Indri­da­son vielle­icht mehr abgewin­nen.

Krimizeit

Liebe Leser,

die Zeit ist momen­tan reif für Krim­is, ich weiß auch nicht, warum.  Krim­izeit ist ja wohl eher im Win­ter, so dachte ich, kusche­lig vor dem Kamin auf dem Bären­pelz liegend, nun ja, ich höre Krim­is gerne in der prallen Sonne 🙂

Was erwartet euch in näch­ster Zeit? Rezen­sio­nen von:

* Arnal­dur Iriald­is­en Indri­da­son, dem Helden der isländis­chen Krim­i­nalau­toren, Men­schen­söhne und Nor­der­moor mit Kom­mis­sar Erlen­dur Sveins­son, gele­sen von Frank Glaubrecht.
* Hen­ning Mankell, da auf jeden Fall Pyra­mi­den mit Wal­lan­der, den Wal­lan­der spricht Heinz Klos.
* Kathy Reichs, da bin ich ja totaler Fan — geht aber nur, wenn die Büch­er von Han­si Jochmann gele­sen wer­den.
* Arthur Conan Doyle: Sher­lock Holmes wollte ich hören, bevor ich das entsprechende Muse­um in der Bak­er Street auf­suche 😀
* Kom­mis­sar Dobran­s­ki: da gab es eine Bei­lege-CD in der “hör­Büch­er”, ich bin ges­pan­nt!
* und eventuell noch den Fluch des Haus­es Dain von Dashiel Ham­met.

Stay tuned,
Euer Sir Charles Lyt­ton.