Noch schnell ein Weihnachtsgeschenk: Weihnachtsbilder von Dr. Thomas Blisniewski

Hörbuch Weihnachtsbilder von Dr Thomas Blisniewski. Liebe Hörbuchfreunde,

seid ihr noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für Hörbuchfans oder aber auch Verwandte, die schon alles haben?
Dann seien euch die Weihnachtsbilder, gelesen und extra für’s Hören geschrieben von Dr. Thomas Blisniewski, an’s Herz gelegt.

Dr. Blisniewski erklärt uns auf der CD, warum Ochs und Esel auf allen Bildern der Christgeburt vertreten sind, kommen die doch nicht in der Bibel vor. Und warum liegt das Christuskind bei manchen Bildern nicht in einer Krippe, obwohl das doch genau so in der Bibel steht?

Dies und weiteres Wissenswertes erklärt Thomas Blisniewski anhand von Bildern aus der Gemäldegalerie Berlin. Diese sind natürlich im Handbuch abgedruckt.

Hörprobe Weihnachtsbilder von und mit Dr. Thomas Blisniewski:
Weihnachtsbilder

Kaufen könnt ihr es z.B. direkt per Mail bei mir (15,- ink. Versand), als Download bei Audible und selbstverständlich auch in unserem eigenen Downloadshop Der Lauschangriff.

Ich wünsche euch ein Frohes Fest,
Euer Charles Lytton

Geschichtshörbücher – eine wachsende Nische

Schöner Artikel über Geschichtshörbücher beim hörbücher-Magazin!

hörBücjher-Logo: Magazin mit vielen HörbuchrezensionenMan kann ja über Guido Knopp denken, was man will, aber ich finde, in dem „Welt“-Interview über das Interesse der Deutschen an Geschichte hat er recht:

„Das liegt an der vielfach gebrochenen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das Leben der Menschen, die die Jahre zwischen 1914 und 1945 erlebt haben, war geprägt von Grenzerfahrungen (…). Diejenigen, die das überlebt haben, waren danach vor allem interessiert zu verdrängen, zu vergessen. Am Ende ihres Lebens aber kam dann die Zeit der Reflexion – und damit ein breites gesellschaftliches Interesse an persönlichen Erinnerungen (…).“

Auch interessant: gerade Männer benutzen Hörbücher zur Weiterbildung.

Schöne Woche,
Sir Charles

PS: dazu meine vorweihnachtliche Empfehlung der Woche, „Weihnachtsbilder – Inhalte, Bedeutungen, Funktionen“ von Thomas Blisniewski.

The Teaching Company: History Of Ancient Rome by Garrett Fagan

Antoninianus des Marcus Aurelius Marius (Wikipedia)

Antoninianus des Marcus Aurelius Marius (Wikipedia)

Liebe Leser guter Hörbücher

Ihr werdet sicher bemerkt haben Aufmerksame Leser haben sicherlich bemerkt, dass in den letzten Wochen nicht viele Rezensionen von mir kamen. Dies lag zum einen daran, dass ich unheimlich viel unterrichten musste, andererseits habe ich mich an gleich zwei riesige Hörbücher herangewagt.

Einerseits ist das endlich Otherland von Tad Williams, eines der Grundlagenbücher für alle Cyberpunk-Fans (34 Stunden 40 Minuten Spielzeit). Und andererseits, aus der Non-Fiction-Ecke History of Ancient Rome von Prof. Garrett Fagan, ein Teaching-Company-Buch (22 Stunden 46 Minuten Spielzeit).

  • Wertung: *****
  • Englisches Hörbuch
  • Autor & Sprecher: Prof. Garrett Fagan
  • Länge: 22 Stunden, 46 Minuten
  • Verlag: The Teaching Company (1999)

History of Ancient Rome habe ich nun geschafft, mein Bildungslevel ist auf einen Hochwasserstand angestiegen und ich weiß jetzt alles, ALLES über die Römische Geschichte. Bis auf das, was ich wieder vergessen habe.

Zur vollständigen Rezension

Kopf schlägt Kapital von Günter Faltin, gelesen von Stephan Reimertz

Motivierendes Buch: es ist Zeit sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen

* Wertung: ****
* Hörbuch
* Sprecher: Stephan Reimertz
* Anzahl CDs: 6 + 1

Vorbemerkung
Vor der Rezension muss ich eine ausführliche Vorbemerkung anbringen, stellt euch also auf eine lange Rezension ein.
Denn: dieses Buch dreht sich um einen Themenfeld, in dem ich seit 1999 massiv tummele. Als Gründer, als Student, als Dozent und als Berater habe ich die Materie Entrepreneurship von allen mir denkbaren Seiten ergründet.
Deshalb habe ich in den letzten zehn Jahren natürlich meine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Diese entspricht in vielen Punkten nicht der von Prof. Faltin.

Dies liegt nicht nur an meinen Erfahrungen, sondern zum Teil auch an meiner Vorbildung, Volkswirt mit Schwerpunkt Spieltheorie – diese habe ich an der Humboldt-Uni bei Prof. Schade massiv auf Entrepreneurship angewandt. Dann sehe ich mich als digitaler Boheme, als Gewächs eines ganz speziellen großstädtischen Biotops, der allein schon generations- und prägungshalber eine völlig andere Sicht auf viele gesellschaftliche Dinge hat als Professor Faltin. Ich gehöre also aufgrund meiner Vorbildung definitiv nicht zur Zielgruppe dieses Buchs.

Weiterhin komme ich mit dem in dem Buch vorherrschenden gepflegt provokanten Stil (bspw. alle Gründerberater sind schlecht) und der induktiven Beweisführung (Fallstudie als Beleg eines Zusammenhangs) nicht zurecht. Auch dies Geschmackssache.

Zusammengenommen bringt mich dies dazu, die für dich, geneigter Leser, relevanten Teile des Hörbuchs herauszustreichen und meine theoretischen und praktischen analytischen Differenzen hintanzustellen, sie tun hier nichts zur Sache.
So schließe ich also meine langatmige Vorbemerkung und starte mit der Rezension 😉

Das Hörbuch: Kopf schlägt Kapital
Günter Faltin, bekannt als Gründer der Teekampagne und in der Berliner und Deutschen Gründerszene eine herausragende Gestalt, beschäftigt sich in „Kopf schlägt Kapital“ mit konzeptkreativen Gründungen. Dies sind Gründungen dergestalt, dass man bestehende Konzepte umschmeißt und Märkte neu erschließt, ganz allgemein Wege findet, die bisher so noch nicht gegangen wurden. Es geht Prof. Faltin nicht um die Erfindung eines neuen Produktes, sondern um das klassische: wo ist der Tellerrand und was sehe ich, wenn ich darüberschaue.

Am Beispiel der Teekampagne dargestellt: Tee, den gibt es in kleinen Mengen, Dutzende von Zwischenhändlern liefern ihn, der Kunde will nur kleine Mengen beim Fachhändler kaufen. Die professionelle Teebranche war überrascht, dass sich diese Grundsätze so leicht umgestoßen lassen. Denn die Teekampagne kauft direkt beim Hersteller, verkauft den Tee über Versand in Großpackungen einmal im Jahr. Und es funktioniert. Mit diesem Konzept ist die Teekampagne weltweit größter Darjeelingverkäufer geworden.
Neu an dieser Idee ist nicht der Tee, neu ist der Vertriebsweg, die Verpackung, die Schadstoffkontrolle sowie die Ausschaltung all der teuren Zwischenhändler, neu ist also das Konzept. Was damals als Demonstrationsprojekt für Studenten gedacht war, ist heute ein florierendes Unternehmen, das durch kreatives Nachdenken entstanden ist.

Günter Faltin bringt viele bunte Beispiele aus verschiedenen Branchen, analysiert die Besonderheit der Modelle und zeigt anschaulich, wie der Hörer aus seinem selbstgeschaffenen Gefängnis ausbrechen kann und endlich etwas unternehmen kann – im doppelten Sinne.
Das Hörbuch verbreitet Optimismus, mir kommt zwangsläufig der alte Hobbythek-Song in den Sinn: „Schalt mal ab und schalt dich an, sei doch einmal selbst der Mann“. 😀
Im analytischen Teil habe ich, wie oben erwähnt, grundlegende Differenzen mit Prof. Faltin. Diese werde ich hier allerdings nicht auswalzen, dieses Blog ist dafür nicht das Forum.

Die Produktion
Genau solche Sachbücher sind es, warum wir mit den berliner hörspielen angetreten sind. Das geht wirklich und wahrhaftig um Klassen besser. Rein technisch ist die Produktion auf hohem Niveau. Mir sind für 6 CDs nur wenige Versprecher oder Produktionsfehler aufgefallen, der Klang ist auch angenehm.

Nur: allein das Handwerk reicht nicht. Es hätte auch einen ordentlichen Sprecher gebraucht, und einen kreativen Produzenten, der ein Sachbuch zum Leben erwecken kann.
Stephan Reimertz, seines Zeichens laut Wikipedia Kunsthistoriker und Romancier – das Internet findet tolle Bücher von ihm, spricht die sechs CDs mit monotoner Stimme, haucht auch den ermunternden Stellen kein Leben ein und im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass er ein Drittel aller Wörter in ironischen Anführungszeichen „spricht“ – ob sinnvoll oder nicht.
Diese Produktion bestärkt mich in meinem Credo: Sachbücher immer vom Autor lesen lassen – oder zumindest von einem hervorragenden Schauspieler. Enthusiastische Amateure in allen Ehren: Sachbücher sind für mich die Königsdisziplin der Hörbuchbranche, die größte Herausforderung für den Sprecher. Dieser muss die Materie beherrschen – und wer beherrscht sie besser als der Autor? – oder eben ein abgebrühter Profi sein.
Btw: es stößt seltsam auf, wenn der Sprecher wie hier als Ich-Erzähler von seinen Erfahrungen berichtet, aber es eben selbst nicht ist.

Und nun weiter mit der Kritik: die einzigen Sounds auf dem Hörbuch sind Gongschläge, die das Ende oder den Anfang eines Kapitels anzeigen. Sachbücher sind qua definitionem trocken, da kann eine musikalische Auflockerung nur helfen, den Druck vom Hörer zu nehmen. Kein Hörer kann immer nur konzentriert zuhören. Der Hörer braucht Atempausen, entweder seichte Textstellen oder Musik. Ein anderer Sprecher für die vielfältigen, spannenden Zitate hätte auch Druck vom Hörer genommen. Nicht in diesem Hörbuch, leider.

Alles in allem habe ich mehrere Anläufe gebraucht, „Kopf schlägt Kapital“ durchzuhören. Vielleicht wäre auch die Kürzung auf maximal drei CDs die Lösung gewesen? Die Produktion macht leider vieles kaputt, was an Motivation durch den Inhalt entsteht.

Fazit
Günter Faltins positive und ermunternde Art durchzieht das gesamte Buch und genau dieser Grundtenor ist es auch, warum ich im Endeffekt nicht weniger als vier Sterne geben konnte. Denn dieser Optimismus ist es, den wir brauchen, soll ein „Ruck durch Deutschland“ gehen.
Warum also nach soviel Kritik trotzdem noch vier Sterne? Da gibt es zwei Gründe, einerseits der Optimismus, andererseits das als Zugabe beigelegte Interview mit Muhammad Yunus, ich tendiere deshalb dazu, dieses Hörbuch vor allem für Hörbuchjunkies zu empfehlen. Allen anderen rate ich zur Buchausgabe. Diese dann aber unbedingt kaufen, keine faulen Ausreden!

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The Tipping Point by Malcom Gladwell

Cover: The Tipping Point

Cover: The Tipping Point

How little things can make a big difference – Wie kleine Dinge Großes bewirken können.

* Hörbuch
* Sprecher: Malcolm Gladwell (Autor)
* Anzahl CDs/MP3s: 3 (gekürzt)
* Sprache: englisch
* Verlag: Time Warner Audio Books, 2007
* Wertung: *****

Das Hörbuch
Der Tipping Point, in der schriftlichen Ausgabe, war das erste, was ich von Malcolm Gladwell gelesen habe. Inzwischen habe ich alle seine Bücher gelesen und fast auch durchgehört (neben Tipping Point auch noch Blink – The Power of Thinking Without Thinking
und Outliers: The Story of Success
– ich schreibe bald Rezensionen) sowie die meisten seiner New-Yorker-Kolumnen gelesen.

Der Inhalt
Der Tipping Point bezeichnet den Punkt, an dem eine Krankheit, z.B. die Schweinegrippe 😀 sich nicht mehr langsam verbreitet, sondern zu einer Epidemie wird und innerhalb kürzester Zeit massenhafte Verbreitung erreicht.
Gladwell hat sich nun Ideen angeschaut und festgestellt, dass viele der soziale Phänomene in unserer Gesellschaft ein ähnliches Verbreitungsmuster aufweisen. Beispiele findet er in der Verbreitung von Moden (Hush Puppie-Schuhe, Airwalk Skate-Schuhe), Ideen (Sesamstraße zur Verbreitung von Schreibfähigkeiten), Paul Reveres Ride (erste große Konfrontation von Britischen Truppen mit amerikanischen Siedlern) undundund…)

Er beschränkt sich dabei nicht auf das Aufzählen von Beispielen, sondern entwickelt einen soliden theoretischen Unterbau, ein System, nachdem sich alle diese viralen Gedankenverbreitungen erklären lassen. Genaues findet ihr in der Wikipedia, schaut einfach da nach, das würde den Rahmen des Blogs sprengen 😉

Der Sprecher
Der Autor liest selbst. Das muss nicht immer gut sein, geht oft sogar nach hinten los. Gladwell hingegen hat eine angenehme Stimme, kann seinen Text gut ‚rüberbringen und zudem ist das Audio hervorragend produziert, gibt dem Hörbuch einen Vorsprung gegenüber dem Lesebuch.

Fazit
Da ich von der Ausbildung Volkswirt, genauer Spieltheoretiker bin, verbindet mich viel mit den Denkansätzen von Gladwell. Er zieht seine Ideen aus der Soziologie, Psychologie und Spieltheorie. Die in Synthese daraus gebildeten Systeme sagen viel über unsere Denkprozesse und über Prozesse in der Welt allgemein aus. Zusätzlich bilden seine Ideen natürlich auch die Basis für das Virale Marketing.
Für mich ist er jedenfalls der beste Nonfiction-Autor, den ich jemals gelesen habe. 5 Sterne sind fast zu wenig!

Bonus
Nicht zu vergessen: es gibt ein Nachwort vom Autor, das nicht in der Buchausgabe abgedruckt ist – zumindest nicht in meiner. Toll!

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles

PS: tut mir was gutes: wenn ihr das Buch kauft, folgt diesem, meinem Amazon-Partnerlink:
The Tipping Point: How Little Things Can Make a Big Difference

PPS:

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