Dodos Rückkehr – Dodo Teil 1, mit Andreas Fröhlich u.a.

Kostenloses Hörspiel: Dodos Rückkehr„Für Sechsjährige oder bei zwei Promille“ – das kann ich unterstützen 😉 Aber machen wir uns nichts vor: dazwischen wird’s für Teil 1 schwierig.

* Wertung: ***
* Hörspiel
* Autor: Ivar Leon Menger
* Sprecher: Andreas Fröhlich, Luise Lunow, Ekki Belle, Jan-David Rönfeldt, Dörte Lyssewski, Luise Helm, Eberhard Storeck, Flowin Immo
* Sounddesign & SFX: Tommi Schneefuß
* Regie: Jan-David Rönfeld
* Herstellungsleitung: Kai Schenker und Oliver Rohrbeck
* Verlag: Lauscherlounge Records in Kooperation mit Menger/Rönfeld
* 1 CD, ca. 65 Minuten

Dodos Rückkehr – kostenloses Hörspiel
Dies ist nun das erste Produkt der Reise zur Buchmesse nach Leipzig – jaja, hat alles seinen Vorlauf – dasss ich als Rezensionsexemplar abgestaubt habe. Aber seid nicht enttäuscht, bei Gratis-Hoerspiele.de gibt es Dodo Teil 1 auch kostenlos zum Hören 😀

Damit verbindet Dodo also meine Leipziger Erfahrungen mit der Idee, für euch kostenlose Hörspiele zu rezensieren, ein guter Start.

Das Hörspiel
Dodos Rückkehr ist der erste Teil der neuen Serie der Lauscherlounge, quasi der Nachfolger der drei ???, meine Erwartungen sind also hoch. Ok, ich will das erste Hörspiel einer Serie nicht mit Erwartungen überfrachten, voraus muss ich nämlich sagen: ich lege nicht so viel Wert auf das erste Hörspiel, denn meiner Erfahrung nach wird in diesem der Boden für die weiteren Folgen bereitet. Im ersten Hörspiel gibt es viel zu viele Informationen, die noch nicht verknüpft sind, zu viele Charaktere, die neu sind etc.

Meine Erfahrung sagt mir: meist schon im zweiten Teil fallen viele Puzzlestücke zusammen und vieles ergibt Sinn. Also nicht traurig sein, liebe Lauscherlounge, dass ich nur drei Sterne verteile, das ist systemimmanent. Ich traue euch eine drastische Steigerung zu Teil zwei zu!

Der Inhalt
Dodo (Andreas Fröhlich) ist ein lieber Junge. Er mäht den Rasen für seine Oma (Luise Lunow), wäscht die Wäsche, macht die Hausarbeit und so weiter. Nun, sein Leben ist langweilig, bis er einen Auftrag von einem Unbekannten (Ekki Belle) bekommt. Für diesen Auftrag muss er Strom-Tom (Jan-David Rönfeld), ein kleines stromaffines Wesen, in seinen Magen aufnehmen (jaja). Dieser Strom-Tom führt ihn nun in eine andere Welt, die… Weiter? Na hört es euch doch selbst an 😉

Die Produktion
Wir haben es hier mit Profis zu tun, das ist klar, deshalb werde ich auch härter urteilen, als ich es normalerweise tun würde. Also: schön, wie man hier tolle Stimmen trifft, Dörte Lyssewski als weibliche Erzählerin überzeugt mich total, es sollte mehr weibliche Erzählerinnen geben wie sie, es müssen nicht immer Männer à la Heinz Paetsch sein. Auch Luise Helm als Elenor gefällt mir, eine süße Stimme zum Verlieben.

Doch nun zur Kritik: Andreas Fröhlichs Stimme ist zu alt für die Rolle, die er spielt. Auch sind seine Äußerungen grenzdebil. Also da hätte ein bisschen junges Blut und mehr Kreativität in der Auswahl der Sätze gut getan. Das ist insgesamt auch meine Kritik: zwar mag ich die Art, wie der Erzähler mit dem Publikum und der Handlung interagiert, das hat etwas von Sofies Welt, aber ich hätte mir mehr Spannung, Action und Aufregung gewünscht. So ist das Hörspiel eher etwas, das man während der Hausarbeit hört (Rasenmähen, Wäsche waschen, wie Dodo eben, man wartet auf den Anruf, der Spannung ins Hörbuch bringt).

Fazit
Nice to hear, haut mich nicht wirklich vom Hocker. Aber ich denke, da kommt noch was: der erste Teil einer Hörspielserie ist naturgegeben der langweiligste. Ich bin gespannt auf die Entwicklung der Figuren und der Handlung.

Und dann ist natürlich zu bedenken: Dodo ist ab 6 Jahre und ich bin doch älter 😉

Dodo anhören: Gratis-Hoerspiele.de

Aerophore 1 – kostenloses Hörspiel von Roman Ewert

Aerophore: kostenloses Hörspiel

Cover: Aerophore I

Wie sagt Frank Elstner auf der schröcklichen Bildreklametafel doch: „Das geht besser, Leute!“

* Wertung: **
* Dialogbuch: Roman Ewert
* Sprecher: Dirk Hardegen, Sven Matthias, Roman Ewert, Rieke Werner, Paul Burghardt, Vera Bunk, Alexander Turrek, Falko Diekmann, Zaleos
* Musik: Manuel Senfft
* Laufzeit: 48:11 min
* Verlag: Hoerspielprojekt.de – Die Community für Hörspielmacher

Aerophore ist ein Hörspielprojekt von Hoerspielprojekt.de & (?!) Hoertalk.de, eines Forums für Hörspielinteressierte.
Ich habe das Hörspiel Aerophore 1 bei soforthoeren.de gefunden, wo es kostenlos geladen werden kann. Und das ist ja schon mal was 😉

Das Hörspiel
Nun, als Science-Fiction-Fan habe ich bei soforthoeren.de natürlich in der Rubrik Science-Fiction & Fantasy nach kostenlosen Hörspielen gesucht, ich verspreche euch, da wird es noch einige Rezensionen geben in nächster Zeit 🙂

Zum Hörspiel: Naja, es ist halt ne Amateuerproduktion und das merkt man ihr an. Der Spannungsbogen ist nicht wirklich da, etwas mehr Logik und etwas weniger Handlung wären nicht schlecht gewesen, weniger Figuren und evtl. ein Sprecher, der Überleitungen spricht.

Die Handlung in Kurzform: Erkundungsraumschiff (ohne Waffen) entdeckt unbekannte Raumstation, löst durch Dummheit einen Hypersprungmechanismus aus und muss dann wieder zurück, wird aber von bösen Aliens verfolgt, die man mit einem umgebauten Schilddeflektor (oder so) abschießt. Zwischendurch einige Verwicklungen an Bord, die eher zu einem Schiff à la Serenity passen als zu einem in offizieller Mission fliegenden Kahn.

Die Sprecher
Einzig die weiblichen Rollen überzeugen, die Herren der Schöpfung sind etwas lahm und amateuerhaft, nicht wirklich bei der Sache. Gerade Alice, die Schiffs-KI, gesprochen von Vera Bunk, fand ich professionell, auch Rieke Werner als Carmen Merriweather kam mit ihrer Rolle gut zurecht.

Die Produktion
Die Produktion hingegen ist auf hohem Niveau, die gefiel mir, gute technische Umsetzung, was man eben aus dem Drehbuch herausholen konnte.

Geradezu begeistert bin ich von der musikalischen Begleitung von Manuel Senfft, die ist unschlagbar, könnte auch von einem Lausch-Hörspiel sein.

Noch eine kurze Anmerkung zum Coverdesign von Lorenz Hideyoshi Ruwwe: saucool!!!

Fazit
Wer viel Zeit hat, kann sich Aerophore anhören, kurzweilig, nicht mehr und nicht weniger. Keine vertane Zeit, wenn man nebenher ein eBook formatieren muss 😀

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Cirque du Freak – The Saga of Darren Shan by Darren Shan, read by Rupert Degas

Hörbuch-Rezension: Cirque du Freak von Darren ShanMarvellous! Natürlich habe ich die Twilight-Bücher gelesen, aber es fehlte noch ein Vampir-Hit für die Jungs der Schöpfung, hier ist er nun 🙂

* Wertung: *****
* Hörbuch
* Sprache: Englisch
* Sprecher: Rupert Degas
* Sprecher liest in verteilten Rollen
* Verlag: HarperCollins Publishers Ltd (2007)
* Anzahl CDs: 5
* Spielzeit: ca. 5h 18min

Das Hörbuch: Cirque du Freak
Aktuell läuft im Kino die mäßig bunte Holywood-Hollywood-Verfilung des Cirque du Freak. Zeit, sich das Original vorzunehmen!
Darren Shan erzählt den Cirque du Freak als Icherzähler, so wie schon bei den Demonata. Da ist es nur konsequent, der Hauptperson seinen Namen zu geben: Darren Shan.

Darren Shan ist Schüler irgendwo in England und lebt mit seinen Freunden ein typisches Schülerleben: Hausarbeiten, Fußball in der Pause, Horrorcomics und -videos und einer Vorliebe für Spinnen.
Das alles ändert sich, als der Cirque du Freak, eine klassische Freakshow in seine Stadt kommt.
Mit einem Freund, Steve Leppard, besucht er den Zirkus und dort nimmt das Schicksal seinen Lauf: Darren sieht eine hochgiftige, dressierte Spinne, die er dem Artisten klaut. Nun, es ist klar, eine dressierte, giftige Spinne? Die wird doch nicht beißen, oder? Nun, sie beißt Steve Leppard, der daraufhin in ein Koma fällt. Und hier beginnt die Verwicklung, die dazu führt, dass Darren Shan ein Halbvampir wird.

Das Hörbuch lebt von einer klaren, knapp gehaltenen Sprache, guten, realistischen Dialogen, man bekommt direkt das Gefühl, Darren Shan, also der Autor 😉 , hat für’s Hören geschrieben. Die Ideen sind umwerfend, sein Cirque du Freak wird bewohnt von Wolfsmenschen, Hand-Läufern, Bärtigen Frauen, Allesfressern und so weiter. Manchmal frage ich mich wirklich, wo die Autoren ihre Ideen herholen – ich werde es wohl nicht über die Position eines Rezensenten hinausbringen 😉
Ach ja, Darren Shan liebt es, nach alter Hitchcockmanier das Grauen anzukündigen: „I couldn’t have been happier if I’d won the lottery or owned a chocolate factory. That, of course, was when everything went wrong and the whole world crashed down around my ears.“ Nice twist!

Der Sprecher: Rupert Degas
Rupert Degas, ein hervorragender Sprecher! Ich bin ja von Haus aus Englandfan, ich liebe einfach seinen hervorragend kultivierten Akzent. Und er ist Vollprofi, seine Stimmfähigkeiten sind umwerfend: so viele verschiedene Charaktere, wie seine Lesung bevölkern – naja, sagen wir: Schauspieler werde ich auch nicht 😉

Noch ein Wort zur Produktion: leider sind nicht so viele deutsche Hörbücher auf diesem Niveau produziert. Es gibt keine Versprecher, die Betonung stimmt immer, die Musik passt wie die Faust auf’s Auge. Ich wüsste nicht, was man bei diesem Hörbuch besser machen könnte.

Fazit:
Als Fantasyfan, Harry-Potter-Fan und Twilightfan, der dem naiven Tintenblut nichts abgewinnen kann, habe ich hier ein Traumhörbuch gefunden. Im Gegensatz zu den Demonata, wo die Hauptpersonen wechseln, handeln alle Cirque du Freak-Bücher von Darren Shan. Dies erzeugt eine stärkere emotionale Bindung an den Hauptcharakter und erhöht das Suchtpotential. Dazu noch die geniale Lesung von Rupert Degas, der alles ‚rausholt, was ‚rauszuholen ist, thumps up, glatte fünf Sterne.

The Hobbit by J.R.R. Tolkien, BBC Radio Adaption, 1969

Hörspiel: The Hobbit, BBC4Liebevolle Umsetzung des Hobbits, auch wenn man ihr anmerkt, dass sie aus den Sechzigern stammt.

* Wertung: ****
* Hörspiel
* Sprache: Englisch
* Produktion: John Powell, Michael Kilgarriff
* Sprecher: Anthony Jackson, Paul Daneman, Heron Carvic, Wolfe Morris, John Justin, John Pullen, Leonard, Fenton, Denys Hawthorne, Peter Williams, Peter Pratt, Francis de Wolff
* BBC Audio Books (2008)
* Anzahl CDs: 5

The Hobbit, das Hörspiel
Für alle, die den Hobbit (im Deutschen: Der kleine Hobbit) noch nicht in den Händen hatten, eine kurze Zusammenfassung: Hobbits sind klein, ca. 1,2o Meter groß, haben behaarte Zehen, die sie nicht in Schuhen verstecken, sind gut genährt, rauchen gerne Pfeife und im Ganzen etwas langweilig.

Unser spezieller Hobbit, um den sich dieses Hörspiel dreht, ist Bilbo Beutlin aka Bilbo Baggins. Dieser wird durch Zutun des Zauberers Gandalf in ein Abenteuer verwickelt, man könnte fast sagen: geshanghait. Nun muss er 12 Zwergen unter der Führung des heimatlos gewordenen Königs unter dem Berge helfen, den Drachen Smaug zu vertreiben. Dabei trifft er Elben, Goblins, Warge, Spinnen, Trolle und allerlei weitere interessante Gestalten.
Wer mehr über den Inhalt wissen möchte, findet in der Wikipedia mehr.

Die BBC4-Produktion
Voranstellen muss man: diese Version des Hobbits ist 1969 von BBC4 produziert worden und das hört man ihr an. Einerseits ist der Geschmack der Sechziger anders, andererseits ist es die Technik, die heute mehr möglich macht.

Zum Geschmack: ich assoziiere mit den Zwergen tiefe Stimmen, die BBC hat – obwohl alles meisterliche Schauspieler – die Zwerge eher mit Tenorstimmen besetzt.
Zur Technik: die akustischen Effekte und Stimmen von Monstern klingen aus heutiger Sicht eher lächerlich, aber darüber mag man wohl hinwegsehen.

Was man sonst zur Produktion sagen kann: wunderschön, vor allen Dingen die mittelalterliche Musik versetzt mich direkt nach Mittelerde. Man muss dieser Produktion Zeit geben, dann wirkt sie auch.

Fazit
Hörenswert, vor allen Dingen, da man in nächster Zeit die Verfilmung von Peter Jackson erwarten kann. Wer sich also noch einmal die Handlung vergegenwärtigen will, findet in der BBC-Produktion ein ungewöhnliches Hörerlebnis.
Wem es mehr auf gut produzierte, zeitgemäße Ware geht, der sollte eher zu „Der kleine Hobbit“ aus dem Hörverlag greifen (Rezension folgt in Kürze) – obwohl ich auch da mit den Stimmen der Zwerge Probleme habe.

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Die Saga vom Dunkelelf 2 – Im Reich der Spinne von R. A. Salvatore, gelesen von Tobias Meister u.a.

Hörspiel: Die Saga vom Dunkelelf - Im Reich der SpinneDichte Unterhaltung, gut gezeichnete Charaktere, stimmige Umsetzung. Dark Fantasy at its finest

* Wertung: *****
* Hörspiel
* Regie und Produktion: Günter Merlau
* Sprecher: Elga Schütz, Michael Prelle, Peter Woy, Tim Grobe, Tobias Meister u. a.
* Label: LAUSCH (2006)
* Anzahl CDs: 1
* Spieldauer: ca. 77 min

Das Hörspiel: Im Reich der Spinne

Die Intrigen im Reich der Spinnengöttin Lloth setzen sich fort, Drizzt Do’Urden durchläuft währenddessen die Ausbildung zum Krieger. Neben seiner kriegerischen Ausbildung lernt er die Grundlagen des Zauberns von Massoi, der ihn auch mit dem magischen Panther Gwennivar vertraut macht.

Drizzt widerstrebt jedoch das intrigante Leben der Elfen unter der Oberfläche. Die Werte, denen er folgt, passen nicht in diese Welt. Deshalb muss es zwangsläufig zum Konflikt kommen, erst mit den herrschenden Priesterinnen, dann mit seinem Lehrmeister Massoi. Letztendlich führt ein Massaker an wehrlosen Oberweltelfen – Feenwesen genannt – zum Bruch mit seiner Herkunft, er entfernt sich immer weiter von den anderen Drow. Schließlich zwingt ihn die Konfrontation mit seinem Waffenmeister und Vater Zagnafeyn zu einer endgültigen Entscheidung.

Die Produktion: höchst professionell
Im Reich der Spinne ist ein Fantasyhörspiel höchster Güte. Atmosphärisch dicht, mit gutem Spannungsaufbau und nachvollziehbar handelnden Charaktären ist es das beste Hörspiel, das ich in letzter Zeit gehört habe – höchstens noch übertroffen von ElvenQuest der BBC4 (Rezension folgt), zumindest auf jeden Fall das beste deutsche Hörspiel der letzten Zeit.
Auch die Konfusion, die sich bei mir noch im ersten Teil „Der Dritte Sohn“ einstellte – wer ist wer und wo sind wir gerade, wie sieht die Welt aus etc. – ist bei „Im Reich er Spinne“ zu meiner vollsten Zufriedenheit gelöst.

Fazit
Spannung bis zum letzten Augenblick, zwar manchmal etwas pathetisch, da einige Sprecher aber noch der alten Sprecherschule angehören, wirkt dies durchaus authentisch.
Ich freue mich schon auf Teil Drei: Der Wächter im Dunkel.

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Die Saga vom Dunkelelf 1 – Der Dritte Sohn von R. A. Salvatore, gelesen von Tobias Meister u.a.

Cover: Die Saga vom Dunkelelf - Der Dritte SohnFeine Dark Fantasy, allerdings leichte Umsetzungsprobleme.

* Wertung: ***
* Hörspiel
* Regie und Produktion: Günter Merlau
* Sprecher: Roland Floegel, Helmut Gentsch, Kurt Glockzin, Tim Grobe, Nele Jung, Tobias Meister, Michael Prelle, Dorothea Reinhold, Elga Schütz, Peter Woy
* Label: LAUSCH (2006)
* Anzahl CDs: 1
* Spieldauer: ca. 66 min

Die Saga vom Dunkelelf, Teil 1
„Die Saga vom Dunkelelf – Der Dritte Sohn“ ist eine Hörspielumsetzung des Dungeons & Dragons-Ablegers Forgotten Realms. Dieses Hörspiel gehört in den neuen Trend, Hörspiele für ein erwachsenes Publikum im Stile der alten Europa-Hörspiele umzusetzen.

Inhalt
Drizzt ist der Dritte Sohn des Hauses Do’Urden, ein Kind der Dunkelelfen. Hass, Missgunst, Mord, Folter und Intrigen sind die Lebensgrundlage der Dunkelelfen, die unter den Vergessenen Reichen hausen.

Der Kampf der verschiedenen Clans, Häuser genannt, um die Macht unter der Obhut der Priester der Spinnenkönigen Lloth bestimmt das Leben unter der Erde. Drizzt Do’Urden, ein verheißungsvoller Krieger mit magischer Begabung, entdeckt allerdings, angeleitet von seinem Waffenmeister Zaknafein, seinen Sinn für Moral.
Teil 1 der Saga schildert die Jugendjahre von Drizzt, seine Ausbildung und seine moralische Prägung.

Die Produktion
Handwerklich gut, kann die Produktion doch nicht überzeugen. Sicherlich ist die Umsetzung eines solchen komplexen Stoffes, der in Buchform 224 Seiten füllt, eine Herausforderung. Alle Details unterzubringen, die Charaktere vorzustellen und die Welt zu erklären, gelingt nicht ohne Konfusionen. Ich hätte mir eine anfängliche Vorstellung der Charaktere, eine Erklärung der Welt oder besser zu unterscheidende Stimmen gewünscht. Aber ich denke, dass beim Hörer eine starke Lernkurve eintritt und spätestens im zweiten Teil vieles klarer wird.

Fazit
Als Rollenspieler – ok, ich habe nie Dungeons & Dragons gespielt – und Fantasyfan konnte ich nicht an der Saga vom Dunkelelf vorbei. Und ich bin zumindest nicht enttäuscht, R.A. Salvatore schafft eine spannende Welt, die neugierig auf mehr macht.
Die Hörspielumsetzung erinnert mich an alte Europa-Hörspiele mit gutem Sounddesign und stimmungsvoller Musik, nur dass natürlich der Anspruch höher ist und die Zielgruppe älter.
Also der erste Teil hat mich angefixt, jetzt bin ich gespannt auf den zweiten Teil – die Rezension folgt bald.

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Artemis Fowl – Der Geheimcode von Eoin Colfer, gelesen von Rufus Beck

Cover: Artemis Fowl - Der GeheimcodeAls ich die ersten beiden Bücher gelesen habe, passte es noch. Jetzt, mit dem dritten, verliert die Serie die Synchronisation mit der Zeit.

* Hörbuch
* Sprecher: Rufus Beck (verteilte Rollen)
* Anzahl CDs: 5 (gekürzte Fassung)
* Verlag: cbj audio, 2003
* Wertung: *

Das Hörbuch
Werte Leser, leider habe ich in zwei Anläufen nicht mehr als die erste CD geschafft. Das Problem ist: die Story funktioniert nicht mehr. Als Eoin Colfer das Buch 2003 schrieb, waren die technischen Angaben auf der Höhe der Zeit. Nun, 6 Jahre später, liest bzw. hört sich das Buch an wie ein Buck-Rogers-Film aus den Siebzigern. Wobei dort, anders als bei Artemis Fowl, die Technik nicht so im Mittelpunkt steht.
Leider ist es ja gerade die Technik, durch der sich Eoin Colfer damals von Harry Potter abhob. Und damals hat das auch noch funktioniert. Die ersten beiden Artemis-Fowl-Bücher habe ich verschlungen, dann eine Pause eingelegt – großer Fehler. Während ich nun die Harry-Potter-CDs immer wieder gerne zur Hand nehme und hineinhöre, funktioniert das bei Artemis Fowl nicht.
Nun ja, ich bin auch nicht wenig technik-affin, daran mag es liegen, dass ich frustriert ausblende. Aber generell: das zeitlose Element fehlt einfach. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, nur muss man solche Bücher vor Ablauf des MHD hören.

Der Sprecher
Was gibt es zu Rufus Beck noch zu sagen? Jeder kennt ihn und hat sich auch schon seine Meinung gebildet. Dem gibt es auch dieses Hörbuch betreffend nichts hinzuzufügen, außer dass ich nicht unbedingt ein Fan von Rufus Beck bin. Aber er ist unleugbar ein wirklich guter Schauspieler.

Fazit
Einen Stern gebe ich dem „Geheimcode“ wegen Rufus Beck, sonst gibt es nichts fesselndes an dieser CD. Abgehakt.

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The Satchmo Trilogy Part4 – Bethleham

Ich hab’s ja schon bei Teil 2 geahnt, meine Vergleiche mit Douglas Adams Anhalter-„Trilogie“ mit fünf, inzwischen sechs Teilen, bewahrheiten sich: der Teil 4 der Trilogie ist pünktlich zu Weihnachten da!!!

* Hörspiel
* Produktion: Michael Bartel
* Sprecher: Robert Kotulla, Sascha Draeger, Volker Hanisch, Jürgen Holdorf, King Kryzler, Jan David Rönfeld, Tim Knauer u.a.
* Label: fuenf59
* 1 CD/mp3, ca. 42 Min.
* Wertung: ****

Das Hörspiel
„Pontius Pilates, ein ehemaliger Sportlehrer, der wegen illegaler Drogengeschäfte auf dem Schulhof suspendiert wurde…“, Yoda verkauft gebrauchte SUVs (z.B. „den Darth Vader V8, den in schwarz gibt es nur“), Maria und Jonas wollen heiraten, man kennt das ja 😀

Diesmal übernimmt die Crew der Satchmo die Rollen in der wahren Weihnachtsgeschichte nach Billy Knox. Die Interpretation ist bestimmt nicht katholisch-korrekt, wird sicherlich in Irland verboten (wie „Leben des Brian“ und „Letzte Versuchung Christi“) aber die Ideen sind gewohnt witzig. Leider saß ich zwischendurch etwas verwirrt vor’m Lautsprecher, da viele Leute in zwei Ebenen (Theater im Hörspiel) agieren. Da war den Produzenten manch Kalauer wichtiger als der Überblick. Aber seien wir ehrlich, das macht die Satchmo-Trilogie ja schließlich auch aus 😉

Die Produktion
Wie immer, höchste Quali. Diesmal gibt es keine Kooperation mit einer Band, also ohne extra Musikteil.

Fazit
Passt jenau zu meiner momentanen WeihnachtSstimmung: ironisch-witzig und definitiv festlich. Schönes Weihnachtsgeschenk für alle, die nicht schon im Frührentneralter sind und für die euch sonst nix einfällt!!!

PS: Tut mir zum Fest was Gutes, kauft die CD über diesem Link: The Satchmo Trilogy Bethleham – Die Plastiktüte des Hospitanten

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The Satchmo Trilogy Part 3 – Auf dem Planeten Tourette, feat. Magnetissimus Elektro

The Satchmo Trilogy Part 3 – Auf dem Planeten Tourette, feat. Magnetissimus Elektro

Die Satchmo fliegt wieder, der dritte Teil der Trilogie bzw. fliegt sie nicht, denn sie hat eine Panne. Wer kann da nur helfen? Ausrangiere Transformer von ACDC (=AllCrashDownConvention, wenn ich das richtig verstanden habe), dem ADAC des Weltraums – und genau so geht es weiter 😀

* Hörspiel
* Produktion: Michael Bartel
* Sprecher: Robert Kotulla, Sascha Draeger, Volker Hanisch, Jürgen Holdorf, King Kryzler, Jan David Rönfeld, Tim Knauer u.a.
* Musik: Magnetissimus Elektro
* Label: fuenf59
* Anzahl CDs: 1
* Wertung: ****

Das Hörspiel
Die Band Magnetissimus Elektro soll auf den Planeten Tourette gebracht werden und zwar pünktlich. Natürlich wird das alles nix und was im Weltraum so alles schiefgehen kann, naja, selber hören macht schlau 😉

Zeitangaben in Sylt („Das dauert mindestens 36 Sylt…“), ein Planet namens Tourette, deren Einwohner als Überbleibsel vom Tourettesyndrom seltsame Nachnamen haben („Frau Pissflitze“), Gesamtschülerinnen auf Drogenjagd und ähnlicher Humor, angereichert von guter Musik, sind die wesentlichen Elemente dieses Hörspiels. Man sollte es nicht in der S-Bahn hören, die Sitznachbarn werden pikiert schauen!

Die Produkion
Sounddesign: genial, Schauspieler: deutsche Spitze, Produktion insgesamt: super. Mehr gibt’s nicht zu sagen, rundum gelungen! Musik: Magnetissimus Elektro hat manchmal was von Rocko Schamoni oder Superpunk mit einem Touch Eighties-Hardrockgitarren. Mein absoluter Favorit: „Müde unplugged“ (–> „All die anderen, die rennen um ihr Leben, wofür brauchen die nur so viel Geld“, da sag ich als Non-Profit-Blogger und digitaler Boheme: jenau!!!). Ich hoffe, Magnetissimus Elektro kommt bald mal nach Berlin.

Fazit
Ich muss sagen, eine deutliche Steigerung zu Teil zwei, meine Mundwinkel zucken immer noch, rundum gelungene Story.
Das Konzept, ein Hörspiel mit Musik zu verbinden, wird auch hier durchgehalten, nur ist der Hörspielanteil endlich größer. Teil 2 lies da noch ein leicht unbefriedigendes Gefühl zurück.

PS: Der vierte Teil der Trilogie ist auch schon da, und ich sach noch: Douglas Adams, Alter 😉 Der bringt dann Weihnachtsstimmung. Deshalb kommt dessen Rezi auch morgen (hoffe ich), solange ich noch in London bin, komme ich auch zum Arbeiten!

Viel Spaß,
Sir Charles

PS: Wenn euch die CD interessiert, tut mir einen weihnachtlichen Gefallen und kauft sie über meinen Amazon-Shop:
The Sachmo Trilogy 3 – Auf dem Planeten Tourette.

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Demon Apocalypse from Darren Shan, read by Rupert Degas

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Demon Apocalypse ist zwar das sechste Buch der Demonata-Serie, ich muss es aber einfach trotzdem hier besprechen, auch wenn euch der Anschluss fehlt. Denn es ist wirklich gut, ja!!!

* Hörbuch
* Sprache: Englisch
* Sprecher: Rupert Degas (liest in verteilten Rollen)
* Anzahl CDs: 5
* Verlag: HarperCollins Audio Books
* Wertung: *****

Das Hörbuch
Demon Apocalypse ist das sechste Buch in der Demonata-Serie von Darren Shan. Darren Shan ist ja momentan durch die Verfilmung des ersten Buchs seiner Vampir-Serie „Cirque du Freak: The Vampire’s Assistant“ in den Medien. Das kann auch der Grund sein, warum ich im Waterstones auf seine Bücher aufmerksam geworden bin. Auf ausdrückliche Empfehlung des Verkäufers habe ich dann angefangen, seine Bücher zu lesen.

Die Demonata-Bücher handeln davon, wie Dämonen versuchen, in unsere Welt einzudringen und sich an den Menschen zu weiden – und ich meine nicht an ihrem Anblick 😉
Es gibt in verschiedenen Büchern unterschiedliche Hauptpersonen, die alle eine magische Begabung haben, zusätzlich sind sie meistens Werwölfe – oder was Darren Shan daraus macht.
Spannend ist, dass die Bücher alle aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, ein nicht ganz leichtes Unterfangen, aber es funktioniert.

Nun, das zu den Büchern, die zu Lesen an sich schon empfehlenswert sind. Deshalb war es für mich ein gewisses Risiko, auf die Hörbücher umzusteigen, eine schlechte Interpretation hätte mich wirklich enttäuscht. Aber es hat sich gelohnt. Denn:

Der Sprecher
Rupert Degas spricht in verteilten Rollen. Leser, die öfter beim Hörbuchfreund vorbeischauen, wissen ja, dass das einzig Wahre ist – für mich jedenfalls.
Aber nicht jeder Schauspieler besitzt wirklich die Fähigkeit, überzeugend deutlich unterschiedliche Rollen zu lesen. Und bei einem Buch, dass einerseits aus der Perspektive eines Jugendlichen Ich-Erzählers und andererseits von Dämonen handelt, ist es wirklich kein leichtes Unterfangen. Maßstab ist immer: kann ich mir glaubhaft vorstellen, dass dort ein Jugendlicher mit einem Dämonenfürsten redet? Rupert Degas schafft das, gut sogar.

Fazit
Wenn das Sounddesign nur etwas weniger pseudomodern und elektronisch daherkommen würde, hätte ich nicht zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt. Denn: das Buch ist genial, super Ideen, die sich gut in die Story einpassen, verschiedene Fäden zusammenführen. Rupert Degas als Erzähler, auch genial. Ich habe die Entscheidung, vom Buch zum Hörbuch zu wechseln nicht bereut. Also doch 5 Sterne, wenn ich drüber nachdenke 😉

Viel Spaß beim Gruseln,
Sir Charles


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The Satchmo Trilogy Part 2 – Bronco Bullcox und der dickflüssige Pfarrer

SatchmoDouglas Adams auf Space Cookies 😉

* Hörspiel
* Produktion: Michael Bartel
* Sprecher: Robert Kotulla, Sascha Draeger, Volker Hanisch, Patrick Bach, Konrad Halver u.a.
* Musik: Polyboi
* Anzahl CDs: 1
* Label: fuenf59
* Wertung: ****

Also erstmal ist schon das Öffnen der CD bzw. das Befreien aus der Verschweißung ein schönes Erlebnis: wunderschön designt, schöne Farbgebung, angenehmes Papp-Case (darauf stehe ich).

Ich dachte mir ja – ich war durch den Trailer vorgewarnt, dass Bronco Bullcox und der dickflüssige Pfarrer ein – um diesen Ausdruck mal wieder zu verwenden – abgespact abgespacedes also spaciges Hörspiel ist. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Das Hörbuch
Wilde Reisen durch den Weltraum, Witze und Wortspiele, Drogen! Das Hörbuch ist so ein bisschen Douglas Adams trifft Illuminatus! (und hier meine ich nicht Dan Brown, sondern selbstverständlich die unschlagbaren Robert Shea – möge er in Frieden ruhen – und Robert Wilson!!!).
Will meinen: die Handlung ist nicht das wichtigste, es geht eher um die Space Opera, um den Witz und um die Atmosphäre.
Über den Inhalt braucht man deshalb auch nicht viel zu sagen, selber hören hilft.

Leider hat das Hörbuch eher Kassettenlänge, die letzten Tracks sind Bonustracks von Polyboi, die auch für die Musik verantwortlich zeichnen. Da ich gerade kurz zuvor Superpunk gehört hatte und ein alter Rocko-Schamoni-Fan bin, dachte ich mir: ja, Polyboi, das passt nach Hamburg, Gute-Laune-Musik 🙂

Abgeschlossen wird die CD mit den Take-Outs des Hörbuchs, sowas mag ich schon im Film, gibt es leider viel zu selten, auch für ein Hörbuch ein Muss!

Fazit
Man sollte kein normales Hörspiel erwarten, sondern sich auf dieses witzige Hörspiel einfach offen einlassen – und eine gehörige Dosis auch manchmal unterirdischen Humors erwarten. Auf jeden Fall erfrischend!

Viel Spaß beim Hören,
Sir Charles Lytton

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The Satchmo Trilogy Part 2 – Bronco Bullcox und der dickflüssige Pfarrer

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Krabat von Otfried Preußler, gelesen vom Autor

Krabat CoverSchönes, düsteres Märchen, eine sorbische Volkssage, in der Lausitz Anfang des 18. Jahrhundert angesiedelt, sprachlich brillant, in der Lesung Preußlers überzeugend.

  • Wertung: **** (4 Sterne)
  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Otfried Preußler selbst!)

Zur vollständigen Rezension

Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers, gelesen von Dirk Bach

Cover: Die Stadt der Träumenden Bücher

Cover: Die Stadt der Träumenden Bücher

Terry Pratchett trifft „Wo die Wilden Kerle wohnen“ – einfach umwerfend!!!

  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Dirk Bach)
  • Sprecher liest in verteilten Rollen
  • Anzahl CDs: 14
  • Sprache: deutsch
  • Hörbuch Hamburg, 2005
  • Wertung *****

Walter Moers hat schon mehrmals bewiesen, dass er ein vielseitiges Genie ist: Käptn Blaubär und Das kleine Arschloch sind beide unübertrefflich und einmalig, besitzen aber doch recht wenig Schnittstellen, was von der Vielseitigkeit von Walter Moers zeugt.

Weiterhin muss man zu den Moersschen Werken auch noch wissen: die Rechte für Käptn Blaubär liegen beim NDR, die Rechte für Das kleine Arschloch beim Eichborn Verlag.

Der Weg nach Zamonien
Was macht man also, wenn man kein Recht an seinen Hauptwerken hat, aber eine ungebremste Phantasie? Man entwickelt einfach eine Idee weiter: die neuen Bücher von Walter Moers spielen alle in Zamonien, der Welt von Käpt’n Blaubär, die er für Erwachsene weiterentwickelt.

Und es schadet nicht wirklich, dass Moers sich nicht weiter mit Blaubär beschäftigt. „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ war ein gutes Buch (vielleicht schreib ich da auch noch ne Rezension), aber was danach kam, ist definitiv noch besser.

Das Hörbuch
Dies hier ist also die erste Rezension eines Moers-Buch vom Kontinent Zamonien.
In der Stadt der träumenden Bücher werden die Abenteuer des jungen Lindwurms Hildegunst von Mythenmetz in der Stadt der träumenden Bücher, Buchheim, erzählt. Begegnungen mit Buchjägern, durchgeknallten Haifischmaden, die die Weltherrschaft anstreben, geheimnisvoller Trompaunenmusik sind an der Tagesordnung.
Es ist für den Rezensenten einfach unmöglich, die Stimmung und vor allen Dingen die Kreativität von Moers in einem kurzen Absatz wiederzugeben, ich müsste fast das gesamte Buch zitieren.
Deshalb beschränke ich mich auf die Wiedergabe einer Auswahl von Autoren und ihrer Werke, die Moers beiläufig einstreut. Meines Erachtens der beste Spiegel der Kreativität Moers’.

Hildegunst von Mythenmetz ist in Buchheim angekommen und sieht das erste Mal all die Bücher in den Auslagen der Antiquariate (beim Hören mitgeschrieben, also keine Garantie für die Schreibweisen 😉 ):

Da!, „Der Tiger in der Wollsocke“ von Caliban Sykorax, Erstausgabe. Da!, „Die rasierte Zunge“ von Andrastea Synopa mit den berühmten Illustrationen von Eliho Wippel. Da! Die „Mäusehotels“ von Wellfleisch. Der legendäre humoristische Reiseführer von Jodler van Hinnen in tadellosem Zustand. „Ein Dorf namens Schneeflock“ von Pallisaden-Honko, die vielgepriesene Autobiographie eines dichtenden Schwerverbrechers, in den Verließen von Eisenstadt geschrieben, mit einer Signatur aus Blut. „Das Leben ist schrecklicher als der Tod“, die hoffnungslosen Aphorismen und Maximen von P.H.T. Farzewohl, in Fledermauspelz gebunden. Die Ameisentrommel von Sansemina von Geisterbahner, in der legendären Spiegelschriftausgabe. „Der Gläserne Gast“ von Zodiak Glockenschrei. Hampo Henks experimenteller Roman „Der Hund, der nur im Gestern bellte“ lauter Bücher, von deren Lektüre ich träumte, seit Danzelot mir davon vorgeschwärmt hatte.

Die Phantasie hinter diesen Namen ist schier unglaublich. Der Rezensent wurde des Öfteren in der U-Bahn seltsam angeschaut, da ihm wieder ein Lacher über eine überraschende Pointe entwich.

Dirk Bach, ewig unterschätzt
Nur die Textstelle zu zitieren, ist nur die halbe Miete. Denn unterstützt wird die Moers’sche Komik durch Dirk Bach, der die Sprache übernimmt.
Man stellt beim Hören fest, dass Dirk Bach wahnsinnig unterschätzt wird. Oder zumindest alles dafür tut, dass man ihm eine solche schauspielerische Glanzleistung wie die Lesung der „Träumenden Bücher“ nicht zutraut.

Jeder weiß ja, wie Dirk Bach aussieht. Trotzdem versteht er es, den Charakteren einen solchen Umfang von überzeugenden Stimmen zu geben, dass ich mir zwischendurch beim besten Willen keinen Dirk Bach hinter der der Rolle mehr vorstellen konnte, unglaublich! Und die Vielfalt der verschiedenen Stimmen, man merkt hier den Profi.

Ich muss dazu sagen, dass ich Dirk Bach nicht immer für den richtigen Sprecher halte. In den Terry-Pratchett-Vertonungen entspricht sein Stil nicht dem, was ich für kanonisch halte, da bin ich die trockene britische Lesart von Steven Briggs gewohnt.

Es ist aber so, hier passt alles: mit Dirk Bach hat sich der bestmögliche Sprecher für Walter Moers gefunden, da bin ich mir ganz sicher!

Fazit
Kaufen, kaufen, kaufen – wie unter dem hypnotischen Zwang der Trompaunenmusik sollt ihr sofort losstürzen und euch diese 14 CDs zulegen. Es führt kein Weg daran vorbei.

Euer Sir Charles Lytton

PS:  Wenn ihr „Die Stadt der träumenden Bücher“ kaufen wollt, würde ich mich freuen, wenn ihr dazu meinen Amazon-Partnerlink benutzen würdet:
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Das Blut der Templer von Wolfgang Hohlbein, gelesen vom Autor

Cover: Das Blut der Templer

Cover: Das Blut der Templer

Ein richtig schlechtes Hörbuch zur Pro Sieben-Fernsehproduktion.

+++Wenn euch Echtzeit-Fantasy und Mystery interessiert, dann lest lieber hier weiter: Der Heilige der Letzten Tage oder Die Flüsse von London+++

  • Hörbuch
  • Ein Sprecher (Wolfgang Hohlbein selbst)
  • Sprecher liest nicht in verteilten Rollen
  • Anzahl CDs (6, gekürzt)
  • Sprache: deutsch
  • Fantastika
  • Wertung ooooo (kein Stern)

Manchmal stimmt die Chemie nicht, manchmal ist es die Qualität. Also hier muss ich sagen: ganz eindeutig lässt in diesem Hörbuch die Qualität zu wünschen übrig.

Wolfgang Hohlbein als Sprecher
Das erste Problem ist sicherlich der Sprecher, Wolfgang Hohlbein himself. Also er ist kein Profisprecher, das merkt man schon. Aber das muss nicht stören. Wenn das eben so ist, dass man den Autor selbst als Sprecher haben möchte, dann ist das für den Hörer schon etwas Besonderes. Man sollte dann allerdings noch deutlich mehr Studioarbeit investieren, um – wie bei Wolfgang Hohlbein – das Tempo etwas hinauszunehmen. Pausen, geringeres Lesetempo hätten das Buch vielleicht hörbar gemacht.

Anstrengend wären in jedem Fall die verklausulierten Sätze gewesen, keine wirkliche Freude beim Zuhören, egal ob vom Autor oder einem professionellen Sprecher gelesen..

Genervt aufgegeben
Ich jedenfalls war nach 20 Minuten Hören so genervt, dass ich den Player zur Seite legen musste. Mein Urteil ist also eventuell unvollständig, vielleicht erwartet den Hörer später noch ein ungeahntes Feuerwerk an audiophiler Kreativität – ich glaube es aber nicht.

Der Inhalt
Zum Inhalt kann ich mich also auch nicht wirklich weit äußern, da ich ja nicht wirklich weit gehört habe. Als Historiker tue ich mich aber prinzipiell schwer mit der Templergeschichte.

Ja, ich weiß, dass die Templer inzwischen mythifiziert und ein Klassiker der Verschwörungstheorie sind und es deshalb völlig legitim ist, diesen Mythos zu einem spannenden Buch zu verarbeiten.

Aber leider springt der Terrier der Besserwisserei immer wieder an meinem Bein hoch und verlangt, sich auf geschichtliche Unwahrheiten stürzen zu dürfen. Insofern wäre meine Meinung über den Inhalt auch nicht wirklich maßgeblich für den Leser ohne Geschichtsstudium, die sich einfach über eine gute Geschichte freuen.

Fazit
Als Fazit: Wolfgang Hohlbein schreibt einen guten, spannenden Stil (ich habe sicher über 40 Bücher von ihm gelesen und kann das ganz gut beurteilen). Deshalb: wenn euch der Titel anspricht, kauft euch das Buch und lasst das Hörbuch im Regal stehen, dort steht es gut.

Euer Sir Charles Lytton