Krabat von Otfried Preußler, gelesen vom Autor

Krabat CoverSchö­nes, düsteres Märchen, eine sor­bis­che Volkssage, in der Lausitz Anfang des 18. Jahrhun­dert ange­siedelt, sprach­lich bril­lant, in der Lesung Preußlers überzeu­gend.

  • Wer­tung: **** (4 Sterne)
  • Hör­buch
  • Ein Sprecher (Otfried Preußler selbst!)

  • Sprecher liest nicht in verteil­ten Rol­len
  • Anzahl CDs/MP3s: 3 (gekürzt)
  • Sprache: deutsch
  • Uni­ver­sal Music Fam­ily Enter­tain­ment, 2004/2007
  • Wer­tung: 4 Sterne

Kind­heit­serin­nerung
Das erste Mal habe ich den Kra­bat gele­sen, als ich etwa zehn oder elf Jahre alt war. Davon sind mir noch viele Gedanken und Szenen in Erin­nerung geblieben — im Gegen­satz zu anderen Büch­ern, von denen ich sogar vergessen (oder ver­drängt) habe, dass ich sie über­haupt in der Hand hatte.
Ich würde behaupten, der Kra­bat hat mich zusam­men mit dem Hob­bit auf das Fan­tasy-Genre aufmerk­sam gemacht, eine Lei­den­schaft, welche ich auch heute noch aktiv ver­folge.

Insofern war für mich der Kra­bat eine Rück­kehr in die Kind­heit, in einer Phase, in der ich mir auch die alten Astrid-Lind­green-, Enid Bly­ton- und Europa-Hör­spiele wieder anhöre.

Die Geschichte
Der Kra­bat han­delt von einem Jun­gen, eben Kra­bat, der sich in die Lehre des Schwarzmüllers der Mühle im Kosel­bruch beg­ibt. Dort studiert er die Schwarzen Kün­ste, lernt die anderen Mül­lerge­sel­len, ein Mäd­chen, die “Kan­torka” ken­nen und muss sich am Ende für den Gevat­ter oder die Liebe entschei­den.

Die Sprache
Eine himm­liche Sprache, die For­mulierun­gen zerge­hen nur so auf der Zunge, der Leser wird bildlich in eine ferne Zeit ver­setzt, in eine Gegend zwis­chen Sor­ben, Deutschen und Polen, ein­fach schön!

Der Sprecher
Nun ja, also erst­mal hätte es nicht geschadet, den Kra­bat voll­ständig einzule­sen, ich hätte gerne mehr davon!!!
Möglicher­weise hatte Otfried Preußler ein­fach nicht genug Zeit für ein aus­führlicheres Ein­le­sen. Drei CDs mussten wohl reichen. Auch die Qual­ität lei­det unter Zeit­druck. Viele kleine Fehler im Vor­lesen hät­ten mit einer zweiten Sitzung im Stu­dio wohl verbessert wer­den kön­nen, also Qual­ität ist etwas anderes. Vielle­icht getraute man sich von Seiten der Pro­duk­tion auch ein­fach nicht, Herrn Preußler zu kor­rigieren? Ärg­er­lich und vor allen Din­gen unnötig!

Natür­lich sollte ich über aller Kri­tik nicht das Pos­i­tive vergessen: Otfried Preußler hat die typ­is­che klangvolle Märchenonkel­stimme und er holt aus seinem Text alles ‘raus, was an Aus­druck möglich ist, er ver­stand es, mich wirk­lich mitzunehmen, auch wenn er nicht mit verteil­ten rol­len liest (was ich nor­maler­weise bevorzuge).

Ich weiß, der Kra­bat gefällt nicht allen, manche rech­nen ihn  zu den schlecht­esten Hör­büch­ern, die sie jemals auf den Ohren hat­ten. Schade, jedoch wie der Lateiner sagt: De gustibus non dis­putan­dum 😉

Otfried Preußler über den Kra­bat
Hier noch ein tolles Zitat von Otfried Preußlers Web­site:

Mein Kra­bat ist keine Geschichte, die sich nur an junge Leute wen­det, und keine Geschichte für ein auss­chließlich erwach­se­nes Pub­likum. Es ist die Geschichte eines jun­gen Men­schen, der sich mit fin­steren Mächten ein­lässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf es sich da ein­ge­lassen hat. Es ist zugle­ich die Geschichte meiner Gen­er­a­tion und die aller jun­gen Leute, die mit der Macht und ihren Ver­lock­un­gen in Berührung kom­men und sich darin ver­stricken.

Fazit
Ein wun­der­schö­nes Hör­buch, abso­lut zu empfehlen, märchen­haft vorge­le­sen, dur­chaus für Erwach­sene. Abzüge gibt es nur dafür, dass das Buch gekürzt ist und die Pro­duk­tion noch besser hätte sein kön­nen.

Euer Sir Charles Lyt­ton

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2 Kommentare zu Krabat von Otfried Preußler, gelesen vom Autor

  1. zeynep sagt:

    ich liebbbbe den duch und krabbbbbbbbbbbbbbb­bat er ist der hamma und ist voll süß

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