Der Hörbuchfreund

Krimi des Mittelalters

Achtung, Pseudo-Fake-Mittelalter – gibt es denn keine Historiker dort draußen, die den Autoren helfen könnten?!

* Hörspiel
* Sprache: eine Art deutsch
* Laufzeit: ca. 42 min
* Bewertung: *

Die Hörspiele
Ich kann mich aktuell  nicht erinnern, woher ich die zwei Krimi-des-Mittelalters-Hörspiele nun bekommen habe, wollte sie aber trotzdem besprechen – und euch vor ihnen warnen.

Gehört habe ich:

* Der Fluch des Barden
* Mummen-Schanz

Während sowohl die Produktion als auch die Schauspieler ansprechend sind, strotzt der Inhalt so von Fehlern. Wenn ihr schon eins der beiden obigen Bücher hören müsst, so nehmt Mummen-Schanz. Denn im „Fluch des Barden“ reden alle extrem im Pseudo-Mittelalter-Sprech – und der geht einem nach kurzer Zeit ganz schön auf den Sack Nerv.

Ok, also zur grundsätzlichen Verteidigung der Hörspiele: das sind Kinderhörspiele, aber wir wollen die Kinder doch nicht verdummen, oder?!

Nur ein Beispiel zur historischen Ungenauigkeit – wobei Ungenauigkeit schon eine Untertreibung ist. Im „Mummen-Schanz“ will sich Kaiser Otto III., der Sohn von Kaiserin Theophanu, ein Fernrohr bauen lassen. Vom Schmied. Nun ja, es mag ja Fernrohre aus Metall geben. Ein Optiker/Glasbläser wäre auf jeden Fall eine Hilfe. Aber: Otto III. lebt um 1.000, das Fernrohr wurde 1608 erfunden. 600 Jahre einfach mal so in die Tonne getreten!!!
Und in die Richtung geht es weiter! Es gibt da echt bessere Hörbücher, wenigstens einigermaßen verortet im Mittelalter sind da eher die Bruder Cadfael-Hörbücher.

Die Produktion
Gutes Sounddesign, professionelle Schauspieler. An der Produktion ist offensichtlich nicht gespart worden, da wäre echt was drin‘ gewesen.

Fazit
Geschichtswissenschaftler sind auch nicht teurer als Schauspieler, jeder Geschichtsstudent hätten für ein paar Euro das Lektorat übernehmen können. Für so eine aufwändige Produktion ist das doch nicht zu viel verlangt, oder?! Einen Stern habe ich für die „Krimis des Mittelalters“ übrig und der geht an die Produktion.

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