Der Hörbuchfreund

Last Chance to See by Douglas Adams, read by the author

Cover der deutschen CD

Mal keine Science-Fiction-Geschichte von Douglas Adams, sondern eine perfekte Beobachtung der Menschen unter dem Vorwand, über aussterbende Tierarten zu schreiben.

Douglas Adams benutzt seinen Witz, um uns unsere eigene Welt näher zu bringen, mit all ihren Unwägbarkeiten und unfreiwillig komischen Wendungen.

Douglas Adams wurde 1985 von der Zeitschrift Observer Colour Magazine und der BBC engagiert, um mit dem Biologen Mark Carwardine aussterbende Tierarten zu suchen und über sie zu schreiben. Die beiden bereisten für den Bericht u.a. Komodo in Indonesien, um den Komodowaran zu beobachten, Zaire um das weiße Rinozeross – welches gar nicht weiß ist – zu suchen oder China, um über die Jangtse-Delphine zu schreiben.

Adams Meisterschaft in „Last Chance to See“ liegt nicht darin, die offensichtliche Gefährdung der Natur durch den Menschen zu schildern. Diese ist uns allen ja seit unserer Jugend durch die Grizmeck- oder Sielmannfilme klar gemacht worden.

Eigentlich und viel wichtiger: er hält uns, der Menschheit, in diesem Buch einen Spiegel vor. Wie seltsam wir sind, wie unser Verhalten überhaupt keinen wahrnehmbaren rationalen Mustern folgt.
Dazu ein (vom Hören aufgeschriebenes) Beispiel:

The tourists with their cans of lager and their Fuck Off t-shirts were particularly familiar to anyone who has seen the English play in Spain or Greece.
But I suddenly realized as I watched this that for once I didn’t need to hide myself away in embarrassment. They weren’t English. They were Australians. But they were otherwise so nearly identical that it started me thinking of convergent evolution.

Aktuell plant die BBC eine Dokumentation, in der Stephen Fry den inzwischen verstorbenen Douglas Adams ersetzt.

Also wenn ihr die CDs oder Kassetten von „Last Chance to See“ noch irgendwo auftreiben könnt, greift zu, es lohnt sich, Douglas Adams lesen zu hören, und zwar nicht nur, wenn ihr Douglas Adams-Fans seid!

Im Notfall müsst ihr zu den deutschen CDs greifen, die sind nämlich noch nicht vergriffen. Allerdings hat der Audio Verlag nur eine Ausgabe mit 2 CDs, das ist offensichtlich gekürzt!

Euer Charles Lytton.