Menschensöhne von Arnaldur Indridason, gelesen von Frank Glaubrecht

Cover: Menschensöhne von Arnaldur Indridason

Cover: Menschensöhne von Arnaldur Indridason

…hmmm, ja, also war ganz nett, ich hab’s wenigstens bis zum bitteren Ende gehört. Isländischer Charme ist eben doch was ganz besonderes.

* Hörbuch
* Ein Sprecher: Frank Glaubrecht
* Sprecher liest nicht in verteilten Rollen
* Anzahl CDs: 4 (gekürzt)
* Sprache: deutsch
* Lübbe Audio, 2005
* Wertung:  ***

Inhalt
Kommissar Sveinsson jagt einem Verbrechen nach – ok, das in Krimis nix besonderes 😉 Also nochmal: ein Mord an einem Lehrer, der Selbstmord eines ehemaligen Schülers in der Nervenklinik und eine ungeklärte Verbindung zwischen den beiden. Experimente mit Schülern, Pädophilie, Drogen, Indriadson dreht also in seinem Erstlingswerk (in Deutschland als fünftes Buch erschienen) voll auf.

Die Geschichte spielt in mehreren Ebenen, einmal der kriminalistischen Ebene und dann gibt es das Privatleben von Erlendur (ja klar, die duzen sich da alle!).

Insgesamt alles ganz nett, leider fehlt mir ein bisschen Fleisch auf den Knochen, womöglich liegt das an den Kürzungen im Verhältnis zur Leseausgabe. Sprünge und – vor allem im Privatleben Erlendurs – abrupte Brüche trüben das Wasser der isländischen Geysire.

Ganz abgesehen von dem etwas phantastischen Ende. Ich sag hier nix, keine Spoiler von mir, aber Michael Crichton wäre wohl besser damit umgegangen.

Die Produktion
Professionell, nur ganz kleine Fehler und Holperer. So sind z.B. die Pausen zwischen den Szenewechseln einfach zu kurz. Da Frank Glaubrecht nicht in verteilten Rollen liest, fühlt man sich manchmal verloren, bis einem ein Licht aufgeht, wer jetzt gerade redet. Ein-zwei Versprecher oder unnötige Pausen hätten auch noch ausgemerzt werden können. Aber jut, das kann auch nach dem dritten Schnitt noch passieren, da mache ich den Produzenten keinen Vorwurf draus, irgendwann muss einfach Schluss sein.

Der Sprecher
Frank Glaubrecht ist einer der erfolgreichsten Synchronsprecher Deutschlands, er ist u.a. die Stimme von Al Pacino, Pierce Brosnan, Jeremy Irons und Richard Gere.
Das hilft ihm bei diesem Hörbuch m.E. aber auch nicht weiter. Seine Stimme mag ja markant sein, die Dichte des Romans kann er damit leider nicht wiedergeben. Gern hätte ich ihn in einer Hörspielfassung als Kommissar Erlendur Sveinsson gesehen, mit einem guten Cast an seiner Seite. Allein finde ich seine herbe Stimme verfehlt – ganz abgesehen davon, dass ich ja nicht wirklich auf einfach vorgelesene Romane stehe, ein Schauspieler sollte den Rollen schon einen eigenen Charakter verleihen.

Fazit
Naja, ich würd eher nen Wallander hören, wenn es schon skandinavisch sein soll. Wenn ihr aber Island- oder Björk-Fans seid, dann könnt ihr Indridason vielleicht mehr abgewinnen.