Der Hörbuchfreund beteiligt sich an der Aktion „Mehr Bildung in Blogs“

Liebe Welt,
Melanie von Literatenmelu.de hat die Aktion „Mehr Bildung in Blogs“ gestartet. Als Literaturblogger finde ich es toll und richtig, die Bildungsdebatte auch in Blogs fortzuführen. Ich habe mich deshalb an der Aktion beteiligt, indem ich 2 CDs unseres Verlags als Gewinn gestiftet habe, nämlich 1x “Spectaculum mundi medievalis” von Dr. Stephan Warnatsch und “Weihnachtsbilder” von Dr. Thomas Blisniewski.

mehrbildunginblogs

Die Aktion
Melanie hat, um die Blogwelt einzubinden, ein paar Fragen zum Thema Schule und Bildung formuliert. Diese sollen und wollen wir Blogger nun beantworten:

1.) Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?
2.) Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?
3.) Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?
4.) Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?
5.) Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Nun, dann werde ich die Fragen doch mal beantworten:

Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?
Ehrlich gesagt, habe ich nur wenig konkrete Erinnerungen an meine Schulzeit. Ist lange her und ich lebe extrem stark in der Gegenwart. Die Uni ist sehr viel stärker hängengeblieben. Ok, das ist auch ’ne Aussage: Schule war nicht wirklich wert, sich an sie zu erinnern. Jedenfalls nicht an die Schulstunden 😉

Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?
Nun, lange ist’s her. Bei uns gab’s noch keine Beamer, wir hatten Overhead-Projektoren und sogar noch diese mit nach Marzipan riechendem Lösungsmittel abgezogenen Kopien, im Erdkundeunterricht gab es einen Kartenstempel von Deutschland, auf dem wir Flüsse benennen mussten. Also Medien im heutigen Sinne? Außer Büchern und Wandkarten eigentlich nix.

Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?
Nun, ehrlich gesagt bin ich überrascht: es gibt ca. 13,5 Prozent Lehrer/innen und Pädagogen im Bundestag (aktuelle Statistik: letzte Wahlperiode), wahrscheinlich ebenso in den Länderparlamenten. Was ich dann nicht verstehe ist, dass die Lehrerausbildung nicht besser ist, wo doch so viele Lobbyisten in der Legislative sitzen?!
Eine Sache, die ich aber anmerken will: es gibt viele Reformen und viel Reformwillen. Nicht alles wird gut sein, das ist dem objektiven Betrachter sofort klar, denn  es geht um prognostizierte Ergebnisse. Und wie schon Yogi Bear sagt: traue keinen Prognosen, solange sie die Zukunft betreffen. Es ist doch ganz klar, dass nicht alle Experimente erfolgreich sein werden. Dann bedarf es einer Nachregulierung. So läuft die Welt nun mal. Dann Vorwürfe zu erheben à la: die haben alles falsch gemacht, trifft definitiv nicht den Punkt. Also bitte: jeder Reformversuch eines maroden Systems sollte ex ante bewertet werden, nicht ex post, denn hinterher ist man immer schlauer!

Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?
Wikis definitiv, wertvolles Instrument zur Projektkoordination, promote ich in meinen Weiterbildungskursen auch immer. Blogs vielleicht als Quellen oder als Sprachrohr eines Projekts, Podcasts sind noch spezieller, grenzwertig.
Zusammenfassung: Wikis sind Instrumente zum Arbeiten und in dem Rahmen durchaus sinnvoll, Blogs und Podcasts sind Ausdrucksformen und sicherlich zur Stilbildung und Entwicklung guter Sprache sinnvoll.

Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?
Ich berate ein Gründerteam, das gute Ideen zur Online-Nachhilfe hat. Deshalb habe mich auch intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Da ich aus dem Videoconferencingbereich komme, kann ich dazu sagen: persönlicher Kontakt, also ein guter Nachhilfelehrer, der immer/oft Zeit hat, ist definitiv besser. Aber es gibt viel Raum für Online-Nachhilfe: regionale Vorteile, bessere Medienunterstützung, Preisvorteile etc.
Darf man nicht unbedingt als Konkurrenz sehen, eher als Ergänzung oder Unterstützung.

So, und nun, liebe Leser, denkt daran: was ihr den Kids heute beibringt, finanziert eure Rente von morgen (ja, und auch meine 😉 ).
Wir sollten versuchen, in den Schulen nicht die Fehler zu wiederholen, die bei der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge gemacht wurden. Es ist nicht nur für die Gesellschaft ein Verlust, eine Lost Generation zu produzieren, auch für den Einzelnen ist es tragisch, eine unnötig schlechte Ausbildung bekommen zu haben. Ziel einer jeden Reform muss es sein, den denkenden und mündigen Bürger zu schaffen – wenn das nicht mal nen Statement ist, was meint ihr dazu?

Frohes Fest und Guten Rutsch,
Sir Charles Lytton